Frühlingsfarben! Her mit der Sonne!

Frühlingsfarben können sehr unterschiedlich sein!

Oh,  wie sehnen wir uns nach Frühlingsfarben und Licht. Ich will Frühlingsgefühle und auf der Wiese tanzen!

Im Handel kuscheln sich seit Weihnachten goldene Osterhasen in grasgrünen Nestern und sind umgeben von zauberhaften Pastellblümchen in Pink, Gelb und Hellblau.

Eins ist mal klar,  wir sehnen uns nach dem Licht, raus aus muffigen Innenräumen mit Coronamaske, raus an die frische Luft! Und gerade dieses Jahr,  wo all die winterlichen Attraktionen durch Corona verboten waren, wird jeder Lichtstrahl eine kleine Party! Für uns Maler ist jedoch etwas anderes interessant:  Wie sehen Frühlingsfarben wirklich aus?

April,  April, der, macht, was er will!

Der Frühling  lässt sich nicht in Stereotypen packen. Auch wenn die Osterhasen-Industrie ihr Bestes tut. Mal bist du kalt, mal bist du nass,  und im nächsten Moment hast du herrliche Frühlingsgefühle.

Frühling ist es für Maler , wenn die Seele wieder bunt denkt.

Wie bunt ist der Frühling denn wirklich?

Doch gerade im Frühling braucht man beim Malen viel Farbgefühl. Die ständigen Temperatur- und Lichtwechsel sorgen für ganz unterschiedliche Farbgefühle.

Das Gelb der Narzissen und die frischen Blätter, das setzen wir alle mit Frühlingsfarben gleich.

Jetzt muss ich mich outen, natürlich greife auch ich im Frühling gerne zum Pinsel und male Osterglocken.

Zugegebenermaßen ist Gelb die Frühlingsfarbe. Das Gelb steckt nämlich in all den frischen jungen Blättern. Und so steht das Gelbgrün für all unsere  Frühlingsgefühle.

Was man allerdings richtig Freude macht,  ist zu beobachten,  wie die Natur aus dem Winterschlaf erwacht. Die Landschaft  krabbelte ganz langsam aus den Winterschlaffarben heraus. Am einigen Tag ist die Welt noch grau, braun und blau. Am nächsten Tag ist es warm, die kleinen Blätter platzen regelrecht aus ihren Knospenhüllen und in der Landschaft passiert eine kleine grüne Explosion.

Das Farbgefühl einer Landschaft verändert sich von Tag zu Tag enorm. Die Landschaft wacht auf.

 

Wie mischt man Frühlingsfarben!

Die Antwort ist: sehr unterschiedlich!

Gerade weil sich die Landschaft so stark verändert,  muss man sich Gedanken über kalte und warme Farben machen. Merkwürdigerweise wird die Landschaft warm, aber die Farben kalt.
Für kalte Farben braucht man sehr viel  Fingerspitzengefühl, weil sie schnell grell wirken.

Was sind kalte Farben und wie erkennt man sie?

Kalte Farben sind in der Regel die strahlend anderen Farben.
Die Faustregel ist, dass sich eine kalte Farbe im Farbkreis in Richtung Blau oder Grün neigt.
Warme Farben neigen sich in Richtung Rot oder Gelb.
Zitronengelb ist kalt, es ist ein wenig grünlich. man merkt, dass es kalt ist, weil es etwas aggressiver strahlt als ein gelblicher Farbton wie zum Beispiel Indisch Gelb, das ein wenig Rot enthält. Im Farbkreis müsst ihr nur schauen, wo eure Farbe liegt,  näher am Rot oder näher am Blau.

Der Frühling steht für kühle Farben.

Du wirst feststellen, dass das Gras so richtig grell grün wird, wenn man es mit Zitronengelb mischt.
Vorsicht! Kaltes wirkt grell!
Mach mal einen kleinen Versuch. Wenn du nun eine Spur Rostbraun, dies heißt in deinem Kasten gebranntes Siena,  in die Frühlingsfarbe gibst, wirst du ganz schnell feststellen, dass sich die Farbe vom Frühling in den Herbst verwandelt.
Merke:  Je kälter die Farbe, desto frühlingshafter, je wärmer die Farbe, desto herbstlicher.
Denn beide Jahreszeiten definieren sich über das Gelb.

Der Vorfrühling:

In Bildern des Vorfrühlings gibt es wenig Sensationen. Die Farben der Natur bewegen sich in Braun- und Ockertönen.
Die schönsten leuchtenden Farben, die man jetzt findet, sind im Himmel oder die roten Dächer.
Das Zellwachstum in den Pflanzen setzt erst mit der Wärme ein. Schießt der Saft in die Blätter und Gräser, wird alles schnell hellgrün.
Möchte man das Wintergrün mischen, dann sind die Pflanzen nicht sehr lebendig. Für winterliche Grüntöne benutzt man das Gelb, was am wenigsten Gelb ist. Siena Natur hat exakt die strohige Farbe von abgestorbenem Gras.
Oft sind die roten Dächer in der Landschaft die wichtigsten Hingucker!
Mischt man jetzt die Grüntöne zu stark, dann entsteht ein völlig anderer Eindruck.
Rot und Grün sind Komplementärfarben, dies passt wunderbar zum chinesischen Neujahr, wirkt aber bei uns in der gleichen Jahreszeit irgendwie ein bisschen deplatziert.
Rot und Grün sind Komplementärfarben, d. h. sie liegen Wellenlängen technisch sehr weit auseinander.
Für das Auge gewinnen beide Farben, wenn man sie zusammen benutzt, extrem an Leuchtkraft.
Und wenn ich extrem sage, dann meine ich auch extrem! Ihr wisst, ich bin ein großer Freund der Farbenpracht.
Will man der noch etwas müden Landschaft keinen Hauch von exotischen Festen verleihen, dann muss man eins von beiden dämpfen,  das Rot oder das Grün.

Öde Farben – brauchen Licht!

Im Vorfrühling sind Farben oft ein wenig dreckig, deshalb spielt auch Braun eine große Rolle.
Gerade weil die Landschaft zu dieser frühen Jahreszeit noch so öde ist, braucht man viele verschiedene Naturtöne.
Wichtig ist, dass es auch sehr dunkle Brauntöne gibt. Damit das nicht öde und dreckig aussieht,  sollte man die Brauntöne mit verschiedenen Rot- und Rosttönen mischen.
Das Licht entsteht durch sehr dunkel abgemischte Brauntöne, denn diese machen die hellen Töne heller

Die Frühlingsfarben im April:

Zwei schöne warme Tage reichen, und der Saft schießt in die Pflanzen ein. Die Farbe, die sich am extremsten verändert,  ist das Grün. Während man das Grün des Winters mit gelblichen Naturtönen anrührt, kann das Gelb für richtige Frühlingsfarben nicht grell genug sein.

 

Ein kaltes Zitronengelb ist die richtige Farbe, um neugeborene Blätter zu malen.
Gefühlsmäßig ist der Frühling grün und gelb.
Während in den Grüntönen das Zitronengelb steckt.
Besonders schöne Blumenbilder gelingen, wenn man kalte (Zitronrngelb) und warme Gelbtöne (Indisch) mischt.
Damit es nicht grell wirkt, ist die Balance zwischen Kalt und Warm wichtig!
Während die Farben des Vorfrühlings ruhig ein wenig dreckig sein durften, ist im Frühling die Zeit der klaren Farben angebrochen.
Viele Frühlingsfarben sind sehr leuchtend.
Aber wie man hier sieht,  balanciert man die kalten Töne am besten mit Naturtönen.

Ich wünsche dir viel Spaß beim Nachmachen. Farben brauchst du nicht kaufen,  denn ist eine Farbe zu kalt,  gibt man einfach ein bisschen warme Farbe hinzu

April macht,  was er will!  Beobachte den Kalt- Warm-Wechsel in den Farben!

Tine Klein Kartause Ittingen spontanes Aquarell zum Vorfrühling.

.Viele liebe Grüße aus dem schönen Basel

wünscht Tine




 

Bild und Motiv zum Mitmalen:

#Malenmit Tine

 

Ich habe den Blick weiter links gemalt, wegen des Hühnerstalls XD!

 

Google Maps zur Kartause:

https://www.google.ch/maps/@47.5826314,8.8667058,3a,75y,299.47h,90.89t/data=!3m6!1e1!3m4!1s1j98A-1qF9z719tVNxnO6g!2e0!7i13312!8i6656

https://www.google.ch/maps/@47.5837571,8.867871,3a,75y,268.46h,82.82t/data=!3m6!1e1!3m4!1sAF1QipOfbuBc1RPhF-sXbVo5xzXk6HHuENvzK9ziHBF6!2e10!7i10000!8i5000?hl=de

Weiterlesen bei Tine:

https://blog.herz-der-kunst.ch/farbenpraechtig-versus-limitierte-palette/

Farbenprächtig versus limitierte Palette?

Wolken malen : 12 Tipps!

Wolken malen…Lass sie ziehen.

Wolkenmalen ist extrem gut für die Seele. Kurz vorher erreichte mich eine traurige Nachricht! Für mich hätte es nichts Besseres geben können, als in die Wolken zu starren, ich habe jeder Wolke ein Gefühl unter den Bauch geschnallt und sie ziehen lassen. Und langsam kommt das Lächeln zurück!

Wolkenmalen ist frei und experimentell, also stresst euch nicht und sammelt beherzt eure Erfahrungen. Und wenn einfach mal was schief geht, dann weißt du’s hinterher besser.

Man muss nicht perfekt sein, aber schöne Erfahrungen sind unwiederbringlich!

Der Running Joke bei all den bombastischen Motiven! Es zieht mich immer wieder der Hühnerstall an!

Hühnerstall zum Ersten, noch ist meine Laune ziemlich schwarz:

Tine Klein Tutorial Wolken malen , experimente

 

Tine Klein Anleitung Wolken malen. Herz der Kunst.

Hühnerstall die zweite Version, ich lege wild drauflos.

Und nun der 3. Hühnnerstall, nicht das neben mir nicht tolle großartige Motive wären, ich brauche die Wolken, nun ist die Seele ruhig! Und es ist klar, ich liebe den Hühnerstall.

Tine Klein Anleitung Wolken malen und Video wolken malen

 

Wolken malen

Wer Wolken malen will, muss schnell sein. Der allerbeste Techniktipp zum Wolkenmalen ist:

Tipp 1:Kopf abschalten. – Einfach drauflos!

Warum  ist dieser Tipp so wichtig? Das Wolkenmalen braucht die gesamte Aufmerksamkeit, doch da es so schnell gehen muss, geht auch schnell mal was schief. Wenn man beim Wolkenmalen darüber nachdenkt, was man tut, dann ist man zu langsam.Du brauchst dennoch nicht perfekt sein, denn solange alles nass ist, kannst du mit dem Papiertaschentuch aus Versehen zugemalte Stellen wieder herausholen.

Tipp 2: Halte ein Papiertaschentuch bereit, denn wer nicht perfekt ist, muss vorbereitet sein.

 

Wie sieht eine Wolke aus?

Schau dir einmal Wolken an, du wirst feststellen, sie haben eine ganz besondere Form.

Oft sind sie unten flach, denn die feuchte Luft liegt auf einer anderen Luftschicht.

Überall dort, wo die Wolke auf der Luftschicht aufliegt,  ist sie dichter, und da wird sie dunkel. Warme Luft steigt bekanntlich nach oben, ich  und so türmt sich die Wolke auf. Oben ist sie dann herrlich weiß und unten an der Seite und in der Mitte oft grau.

Durch die Thermik bildet die Wolke sehr unterschiedliche Formen aus. Diese typischen Formen möchte der Maler wiedergeben.

Tipp 3:  Google dem Begriff Schönwetterwolken, und schau dir genau an, welche Normalform diese Wolken haben.

Die Form der Wolke, harte und weiche Kanten!

Das Wichtigste an Wolken sind ihre Kanten!

Jetzt dürft ihr beherzt loslachen, wo haben denn weiche Haufenwolken Kanten?

Wolken haben entweder gestochen scharfe Kanten, meistens da, wo sie leuchtend weiß sind, wo man dahinter den viel dunkleren blauen Himmel sieht.

Die gestochen scharfe Kante ist bei der Wolke jedoch nur eine Möglichkeit, denn Wolken lösen sich wie Gebirge aus Wasserdampf  auf, und dann entstehen ganz weiche, wässrige oder lauschige Übergänge ins Blau.

In der Fachsprache nennt man dies harte und weiche Kante. Wobei selbst ich lächeln muss, denn Kante wäre jetzt nicht gerade das erste Wort, was mir bei einer Schäfchenwolke eingefallen wäre.

Doch trotzdem merke:

Tipp 4: Wolken sehen am besten aus, wenn sie harte und weiche Kanten haben.

Wolkenmalen und die Technik:

Hausaufgabe:  Schau dir Wolken ganz genau an, bevor du anfängst zu malen. Die eben besprochenen harten und weichen Kanten sind der Grund, warum man Wolken so schnell malen muss.

Tipp 5: Die Farbe muss noch feucht sein, damit  weiche Übergänge der Wolken und Himmelsfarbe entstehen.

Tipp 6: Das Ausgefranste  der Wolken entsteht durch Wuscheln mit dem Pinsel!

Dafür gibt es mehrere Möglichkeiten.

Pinseltechnik beim Wolkenmalen:

Bedenke immer,  Wolken sind ein Haufen von Wasserdampf,  und den kann man nicht malen wie einen Betonblock. Die Pinseltechnik zum Wolkenmalen ist spielerisch.

Lass den Pinsel gerne mal aus der Reihe tanzen.

Die eine Möglichkeit ist, den Pinsel,  während man die Wolkenkante malt,  kontinuierlich zu drehen und zu wenden. Die andere Möglichkeit ist,  mit zwei Pinseln zu arbeiten,  einem für die Farbe und dem anderen, um die Farbe an den Rändern zu bearbeiten. Der Pinsel ohne Farbe ist entweder trocken und ist für die ausgefransten, trockenen Kanten in den weißen Wolkenberg zuständig, Die andere Methode ist,  den Pinsel etwas feucht zu machen und die Kanten einfach zu verwaschen.

Tipp 7: Ob trockene oder weiche , feuchte Übergänge,  das steuert die Feuchtigkeit im Pinsel!

Aquarelltechnik:  Wolkenmalen für Faule:

Eine andere Möglichkeit,  Wolkenränder aufzulösen ist die Sprühflasche. Ist eine Kante beim Wolkenmalen zu hart, dann schnell einen Spritzer Wasser darauf. Der richtige Abstand zum Blatt ist Training. Oftmals ist ein leichter Sprühnebel die beste Option. Doch aufgepasst,  dort,  wo die Kanten hart bleiben sollen, sollte man eine schützende Hand über das Papier halten.

Tipp 8: Sanfter Sprühnebel löst harte Kanten auf.

Achtung, kommst du  zu nah ans Blatt, dann lässt du dein Bild regelrecht ins Wasser fallen!

Strahlend weiße Wolken?

Gibt es nicht. Überall da wo eine Wolke verdichtet ist, wird sie grau. Der Winkel der Sonne spielt dabei auch eine Rolle Also ist Wolkenmalen Grautöne mischen!

Auf keinen Fall Schwarz!!!!!!!!

Schwarz sieht immer dumm aus! Warum?

Das Wolkengrau ist entweder dein Himmelblau plus einer Spur gebranntem Siena. Oder:

Tipp 9: Himmelsgrau ist Aquamarin feinst und eine Spur Siena gebrannt.

Gut funktionieren auch leichte Spuren von Orange oder Umbra gebrannt oder englisch Rot.

Beim Wolkenmalen ist die Dosierung der Trick:

Ausprobieren macht den Meister! Grautöne mischen bedeutet  Fingerspitzengefühl. Je mehr gebrannter Siena in der Mischung, desto brauner wird das Grau. Je brauner es ist,  desto mehr wird die Wolke zur Regenwolke!

Tipp 10:  Ist das Grau zu bräunlich, muss mehr Blau rein!

Ach ja,  das Himmelsblau:

Tipp 11: Babyblau!

Bitte aufpassen, dass die Farbe nicht deckend und auch nicht granulierend ist.  Ich benutze Cerulian leicht granulierend und Kobaldblau hell , nicht granulierend! Aufpassen! Die Farben unterschiedlicher Marken haben himmelweite Unterschiede!

Loslegen und Erfahrungen sammeln:

Beim Wolkenmalen ist Loslegen die beste Taktik. damit dies intuitiv und störungsfrei klappt, muss man so ein paar Sachen bereit legen. Denn wenn man gerade Wolken malt, ist die Zeit knapp,  und man will nicht suchen oder mischen!

12: Bevor du loslegst, solltest du dir eine ausreichende Menge der Himmelsfarbe mischen.

Dann ist es sinnvoll, nur kleine Bereiche des Himmels zu bearbeiten. Denn tendenziell malst du natürlich keine Wolke, sondern die blauen Löcher zwischen den Wolken. Du kannst diesen Abschnitt in Ruhe bearbeiten, ohne in Stress zu geraten. Voraussetzung dafür ist natürlich, dass du dir genug Himmelsfarbe angerührt hast, sodass man nicht merkt, dass du in kleinen Abschnitten gearbeitet hast.

 

 

Viel Spass mit den 12 Tipps zum Wolkenmalen!

Und frohe Ostern  Tine

Falls es Euch gefällt drückt im youtube auf das like, es hilft sehr!

Immer dann,  wenn ich euch Videos mache , freue ich mich, wenn die von euch, die es können,  etwas spenden. Eure Spende erhält solche ehrenamtlichen kulturellen Angebote. Denn in Corona -Zeiten brauchen noch viel mehr Menschen kostenlose Kultur.



 

https://youtu.be/38PKeyDoRNE

 

 

Wer Lust hat, Aquarell zu malen,  findet auch hier noch einige andere Tipps:

https://youtu.be/4XJFjyr72DQ

Noch mal ein alter Artikel zum gleichen Thema:

https://blog.herz-der-kunst.ch/wolken-malen/

Wolken malen

 

 

 

Kunst und Erkenntnis

Tine Klein Aquarell Basel Mittlere Brücke Tine Klein , Kunst ist Erkenntnis
Basel von der Drei Rosen Brücke
In diesem heutigen Blog geht es um Kunst und Erkenntnis, Kunst machen tut vielen Menschen unendlich gut. Es bringt Licht in ihre Welt oder bewegt sie dazu, sich ein Ohr abzuschneiden!

Kunst und Theorie! Haha!

Ich liebe Bücher und regelmäßig gönne ich mir ein paar Minütchen Zeit, um wie ein Trüffelschweinchen nach guten Büchern zu wühlen.

Beim Herumstöbern traf ich auf den folgenden Satz:

„”Dass Kunst Erkenntnis vermittelt, dürfte unstrittig sein.” Handbuch der Erkenntnis-Theorie

Obwohl ich diese Meinung aus tiefsten Herzen teile, musste ich aus vollem Halse lachen, als ich diese forsche Einleitung las.

So eindeutig dürften die wenigsten Menschen die Sache sehen. Hahaha, sehr witzig!
Es ist nicht einmal klar, was Kunst ist.  Künstler gelten als die verstrahltesten Typen überhaupt!
Und viele Künstler bezeichnen sich als Handwerker. So ist es überhaupt nicht mehr schick, zu einem Bild Kunstwerk zu sagen, man sagt einfach Arbeit.
Und das sagen sie meiner Meinung nach, um sich die schwere Last von den Schultern zu rollen.
Kunst und Erkenntnis sind gekoppelt wie Liebe und Leid, hellwach sein und schlafen,  ja, wie Tag und Nacht.
Maler, Zeichner und Künstler jeder Art sind bei ihrer Arbeit höchst verwickelt, dieser ganze Prozess ist so verflucht verwirrend, dass wir uns als Allerletztes als die  Leute mit dem Durchblick betrachten würden.

Kunst und Erkenntnis: Der Durchblick

Tatsächlich glaube ich, dass ca. 70 % der Dinge, die Kunst kann, nichts mit dem Ergebnis zu tun haben. Es sind die Erkenntnisse, aber auch die Veränderungen, die im Künstler passieren, die so interressant sind!
Deshalb finde ich es absolut zulässig, wenn Menschen Kunst machen, die es eigentlich im strengen Sinne gar nicht können.
Jetzt höre ich schon, wie Menschen mit einem konservativen Kunstverständnis tief Luft holen, um gleich loszubrüllen:
Kunst kommt von Können!
Schon recht! Ich verstehe auch diese Position. Aber glaubt ihr wirklich, dass irgendwer zu Leonardos Zeiten seine Skizzenbücher als Kunstwerke betrachtet hätte?

Von Leonardo da Vinci – Leonardo Da Vinci – Photo from www.lucnix.be. 2007-09-08 (photograph).

Während man beim Kunstmachen viele Dinge gleichzeitig tun muss, zum Beispiel sehen und zeichnen, entsteht die Erkenntnis über die Dinge automatisch.

Die geistige Elite wusste dies immer. Wer einen Wissensvorsprung vor den andern hatte, war wichtig für die Mächtigen. Früher waren Künstler immer gleichzeitig auch Wissenschaftler. Sie haben epochale Umbrüche bewirkt,  ganz oben mitgespielt bei den Reichen und Mächtigen.

Künstler und Kriegsfürst

Künstler und Kriegsfürst,  das war früher eine häufige Berufskombination. Bevor nun einer meiner jüngeren Leser auf die Idee kommt, seinen Eltern mitzuteilen, dass er aufgrund seiner künstlerischen Begabung den Berufswunsch Kriegsfürst hat,  möchte ich mitteilen, dass dies auch häufig in die Hose gegangen ist. So wurde Archimedes wegen seiner Lichtstrahlkanone kurz und bündig  hingerichtet. Autsch….
Mist! Wieder ein lukrativer Beruf, der für Künstler nicht geeignet ist.

Kunst und Erkenntnis, lauter Universal-Genies?

Ich könnte jetzt einen Artikel schreiben mit dem Tenor, dass wir alle Universalgenies sind und dies auch nutzen sollten. So nach dem Motto: Bekomme mal deinen Asch hoch und verdiene mit deinem unglaublichen Talent eine Menge Geld. Doch so funktioniert das nicht. Ob dies Fluch ist oder Segen? Ich weiß es nicht. Der kreative Geist funktioniert wie eine  Discokugel, es flackert einfach irgendwo ein Licht auf.

Genieße das doch einfach entspannt!

Während wir malen oder andere künstlerische Dinge tun, begreifen wir etwas. Manchmal gewinne ich Erkenntnisse über die Stadt oder über unsere Gesellschaft.

Diese Erkenntnisse sind nicht unbedingt wirtschaftlich verwendbar, aber nichtsdestotrotz oft witzig.

So stellte ich neulich fest, dass man in einer bestimmten Gesellschaftsschicht immer, wenn man nach draußen geht,  Sportkleidung trägt. Dass die Jüngeren nun absolut die gleichen Klamotten tragen wie wir früher. Turnschuhe hieß das damals, und die durfte man draußen nicht anziehen.

Sehr witzig fand ich allerdings, dass extrem Übergewichtige gerne die großen Sweatshirts der Marke Nike tragen. Dabei musste ich mich vor Lachen kugeln. Nike ist die Göttin der Jagd.

 

Die Verbindung mit der Umwelt

Solche Beobachtungen sind nicht böse gemeint!

Erkenntnisse muss man nicht bewerten, sie sind einfach da.

Und soll ich euch mal sagen, genau das ist das Schöne daran. Dass man sich Dinge in Ruhe ansehen kann und etwas begreift,  ganz ohne Sinn und Zweck.

Genau dies macht diesen Prozess so heilsam, wenn man sich beim Malenlernen nicht unter Druck setzt. Wenn man nicht nur die Technik in den Vordergrund schiebt, sondern das Erkennen. Wenn es wichtiger ist, sich mit der Umgebung zu verbinden, dann wird Kunst heilsam.

 

Hinsetzen, beobachten und begreifen, das ist enorm wertvoll!

Künstler verbinden sich mit der Umwelt. Kunst und Erkenntnis, das ist nicht mehr oder weniger ein Abfallprodukt von diesem Prozess. 

Viele Menschen verstehen unsere Gesellschaft überhaupt nicht mehr. Sie zweifeln an den Medien, an der Demokratie und leben dabei nur in ihrer eigenen Blase! Immer umgeben von  ähnlichen Menschen und den gleichen Meinungen.
Was glaubt ihr, wie wichtig die Fähigkeit zur Beobachtung und zum Erkennen der anderen Menschen und von Prozessen für unsere Gesellschaft ist?
Ich glaube, man sollte viel mehr Menschen einen Stift zur Beobachtung in die Hand geben. Das Ergebnis ist vollkommen egal, solange jemand beobachtet und Erkenntnisse gewinnt.
Sei stolz auf dein Gekritzel, denn es zeigt, dass du ein Mensch mit Interesse bist. Das größte Kunstwerk ist weniger wert als eine kleine Erkenntnis.
Fazit: Über einen wunderbaren Tag auf der Drei Rosenbrücke in Basel! Habe eine echte Walküre gesehen, ihr Name war NIKE! Die ersten Sonnenstrahlen des Frühlings genossen!
Kenne die Bank auf der Brücke, wo das Wasser am schönsten glitzert. Kosten Null! Fazit! Sehen ist Luxus!
Kuss  an euch alle Tine!

 

https://www.welt.de/geschichte/gallery162245621/Die-Kriegsmaschinen-Leonardo-da-Vincis.html

https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/nachgebaute-waffe-archimedes-todesstrahl-laesst-schiffe-gluehen-a-381367.html

https://www.youtube.com/watch?v=Ld4lvP_1lzA

Bildentwurf ohne goldenen Schnitt?

Die Geheimnisse des Bildentwurfs

Aquarell Basel, Tutorial Bildentwurf Tine Klein

Folge deinen Träumen, denn sie kennen den Weg!

Jeder, der schon gerne malt oder zeichnet, stellt fest, ein Motiv einfach abzuzeichnen, ist sehr einfach!

Es gibt einen kleinen, aber feinen Unterschied zwischen Malerei und Fotografie. Wer abbilden möchte, kann das Telefon,  das wir alle in der Tasche haben, benutzen.

Es spricht auch nichts dagegen, einfach mal etwas abzuzeichnen.

Das Besondere am Malen oder Zeichnen ist aber, dass wir mit dieser Tätigkeit ganz andere Dinge visualisieren können.

Wir können ähnlich wie ein Schriftsteller, neue Gedanken und Ideen in eine Form bringen. Und wir können Gefühle von Kopf zu Kopf übertragen.

Der Zauber der Kunst!

Wenn ich näher darüber nachdenke, glaube ich auch, dass dies der Zauber der Kunst ist. Wenn man anfängt zu malen, dann starren einen manchmal Menschen an, als sei man ein Wunder oder ein dreiköpfiges Kuscheltiere , das mitten in der Fußgängerzone sitzt.

Der Grund dafür ist, dass wir etwas Neues erschaffen können und mit Leichtigkeit in den Kopf des Betrachters eindringen!

Also sei stolz auf dich!

Und dies ist mein erklärtes Ziel, ich möchte dich so gut machen, dass du neue Ideen in die Welt setzen kannst!

Sozusagen bin ich, während meine Finger klappernd über die Tastatur rauschen, eine Hebamme deiner wunderbaren Idee!

Und das ist ja mal ein schöner Gedanke für mich!

 Die Augen sind das Fenster zum Gehirn.

Die Augen sind das Fenster zum Gehirn. Wenn wir nun also neue Ideen von Mensch zu Mensch übertragen wollen, dann muss der andere sie gut sehen können. Und dafür haben wir im Bildentwurf schon ein unglaublich tolles Mittel gefunden:

den goldenen Schnitt.

Beim Bildentwurf ist der goldene Schnitt sozusagen der Platzhirsch. Weißt du nicht, was der goldene Schnitt ist, oder wendest ihn nicht an, dann solltest du hurtig den Artikel, den ich unten an den Blog anhänge, lesen.

Der goldene Schnitt wirkt auf den Menschen unglaublich harmonisch, er ist wahnsinnig gut auf die menschliche Augenbewegung abgestimmt. Mit den vier Punkten, die er für den Bildentwurf bereithält, ist er unglaublich gut, einfach und vielseitig anwendbar.

Monotonie bei der Anwendung des goldenen Schnitts kommt nie auf, wenn man ihn raffiniert verwendet.

Warum möchte ich dann einen Artikel schreiben, in dem es um andere Bildentwürfe geht?

Immer dann, wenn etwas einfach und praktisch ist, dann schlägt es alles andere kaputt.

Wieso, passt doch? Rein theoretisch ist es richtig, ich mag auch Dinge, die einfach und praktisch sind. Doch dabei vergisst man allzu oft, dass es daneben auch noch andere Möglichkeiten gibt.

Gerade wenn man neue Ideen oder Visionen in die Welt setzen möchte, dann kommt es mir komisch vor, wenn man nach Schema F vorgeht!

Eine Geschichte und die Bewegung des Auges:

Der goldene Schnitt ist ziemlich fixiert auf einzelne Punkte, die in einem Bild gut wirken.

Was ist aber, wenn ich einen Zusammenhang zeigen möchte?

Wie zeige ich, dass Dinge zusammengehören, wenn ich nur einzelne Punkte, die besonders schön sind, betone? Hier kommt der Bildentwurf  mit dem goldenen Schnitt an seine Grenzen. Ich kann ja wohl kaum einen Teil meiner Geschichte abschneiden, nur um den goldenen Schnitt optimal auszurichten!

Die Alternative sollte dem Auge sagen: Schau mal von hier nach da!

Tendenziell ist der Mensch ein fauler Sack, er möchte alles auf einen Blick erkennen können! Er möchte so etwas wie eine Schlagzeile, die er sofort erkennen kann!

Der Bildentwurf und die Marschrichtung

Einfacher macht man es dem Auge, wenn es ein verbindendes Element gibt.

Unglaublich magisch für das Auge sind Diagonalen, Kurven oder Zickzacklinien.

Das Auge rutscht darauf so entspannt entlang wie ein Kind auf einer Rutsche.

Ed Whitney, einer der großen alten Herrn des amerikanischen Realismus, sagt dazu, du merktest, dass dein Bild gut sei, wenn:

“ Du dein Bild in kleine Teile zerschnippelst. Diese Schnipsel, in einen Haufen anderer Schnipsel wirfst, und du das Bild dann auf Anhieb ohne Probleme wieder zusammensetzen kannst.”

Übersetzt heißt dies, du erzählst eine gute Geschichte, wenn die Marschrichtung klar ist.

Die angenehme und harmonische Verbindung ist also der Trick. Dabei scheint dem Auge aber nicht jede Bewegung gleich lieb zu sein.

Bildentwurf und die Anordnung der Motivelemente.

Horizontale Bildentwürfe finden wir o. k., diese Art des Bildentwurfs ist sehr gewöhnlich, aber wir sind mit ihm vertraut, denn wir lesen ja schließlich auf die gleiche Art und Weise. Der Vorteil an diesem Bildentwurf ist, dass er sehr klar zu lesen ist. Die Motive sind auf einer Linie angeordnet, unsere beiden Augen sind gekoppelt und können sich deshalb gut auf einer Linie bewegen. Der Nachteil am horizontalen Bildentwurf ist, dass er sehr langweilig wirken kann.

Horizontalen können Langweilig sein!

Müssen es aber nicht!

Aeschenplatz in Basel.

Die chaotisch angeordneten horizontalen Bildelemente werden hier zusammengehalten von einer schwungvollen Bewegung, die quer durchs Bild läuft.

Apropos schwungvolle Bewegung

Viel aufregender empfinden wir Diagonalen oder ästhetische Kurven. Diagonalen können für das Auge sehr spannend sein!

Tine Klein, Tutorial Bildentwurf, Goldener Schnitt versus Diagonale

Enorm praktisch, denn wie von Zauberhand findet unser Auge den Endpunkt der Diagonalen. Also aufregend und aussagekräftig!

Das Gleiche gilt für Kurven, Kurven, die sich schwungvoll in ein Bild hereinschwingen, können extrem ästhetisch sein. Die Schönheit der Kurve kann es alle Mal mit dem goldenen Schnitt aufnehmen. Es spricht auch nichts dagegen, die Diagonale oder die Kurve im Bildentwurf mit einem goldenen Schnitt zu koppeln.

Wieso entweder oder? Ich esse ja auch nicht nur eine Praline!

Vertikale Bildentwürfe sind die schwierigen

Ich lebe an einem Fluss. Die Folge ist, dass man platt und horizontal auf Motive guckt! Langweilig, stellt euch das Motiv ohne Brücke vor! Das hätte keine Tiefe.  Ich wüsste nicht, wohin die Menschen gehen.

Doch die Diagonale macht den Bildentwurf leicht!

Die Bewegung einer Diagonale oder Kurve nimmt die Augen-Oma an die Hand und geleitet sie über die Straße.

Bildentwurf ohne goldenen Schnitt:

Die Brücke in Basel ist ein Ort, auf dem immer Leben ist. Die Geschichte des Bildes  ist der rege Austausch zwischen zwei lebendigen Stadtteilen.

Tine Klein, Aquarell Basel, mittlere Brücke. Tutorial Bildentwurf

 

Eine schwungvolle Bewegung erschien mir für diesen Ort der beste Bildentwurf. Auch wenn man, bei aller Liebe, keinen goldenen Schnitt ins Bild quetschen konnte.

Was denkst du?

Ich wünsche dir ein schönes Wochenende,

Liebe Grüße Tine.

Danke für Eure Spenden, ob ganz Kleine oder etwas Größere. Mercí für eure Wertschätzung!

 


 

https://blog.herz-der-kunst.ch/der-goldene-schnitt/

Der goldene Schnitt

 

 

https://blogs.ethz.ch/digital-collections/2020/02/28/schoenheit-william-hogarths-the-analysis-of-beauty/

 

Zeichnen lernen – Das Prinzip der Variation

 

Eine kleine Kritzelei vom Mittelmeer…wie sehne ich mich dahin zurück, Strand von La Ponge

Hallo! Schön, dass du da bist.

Heute möchte ich die Tricks verraten, mit denen deine Zeichnungen sofort und garantiert besser werden. Und das ist prima, denn wir alle suchen Tricks und Regeln, die uns helfen, besser zu zeichnen und zu malen.
Zeichnen lernen, besonders das Beobachten dabei, macht glücklich.
Trotzdem kann es frustrierend sein! Denn die Regeln, um tolle Zeichnungen zu machen, scheinen enorm schwer sein, es scheint einem zwischen den Fingern zu entgleiten.
Damit ich dies schreiben konnte, musste ich mir das Hirn enorm zerbrechen.
Es gibt eine DNA der Schönheit, diese ist aber ein ganz schön glitschiges Ding, sie ist schwer greifbar und nicht einfach zu beschreiben.
 
Von Kultur zu Kultur scheint es sehr unterschiedliche Ansichten zu geben, wie man eine schöne Zeichnung herstellt.
 
Für diesen Artikel habe ich jahrelang gegrübelt, ich habe mit asiatischen Künstlern am Straßenrand gesessen und wir haben uns die Köpfe heiß diskutiert, weil man in Asien die Schönheit ganz anders angeht als in Europa. Meine Frage war:
“Was sind die allgemeingültigen Regeln, die eine Zeichnung gut machen?“
 
Anders als bei Mathematik sind diese Regeln aber nicht schematisch anzuwenden, viel hängt an der Intuition des Malers oder Zeichners. Sonst wäre ja jede Zeichnung ganz einfach wunderbar zu machen.
Trotzdem gibt es überraschend einfache Informationen, die jeden Zeichner  schnell verbessern, denn die Antwort ist überraschend einfach.

Die Schönheit in der Natur

Die Schönheit der Natur entsteht durch zufällige Muster.
Die Kunst in der Kunst besteht darin, Muster zu entwickeln, die die gleiche Leichtigkeit und Schönheit haben wie in der Natur. Tine Klein
Die Schönheit und Leichtigkeit der Natur entsteht daraus, dass die Natur immer abwechslungsreich ist und auch immer etwas aus der Reihe tanzt. Denk darüber einmal nach!
Diese Erkenntnis ist unglaublich wichtig für schöne Zeichnungen!
Daraus lassen sich auch unglaublich einfache und gute Regeln für Zeichnungen ableiten.

Zeichnen lernen- Die  Regel der Variabilität:

 

Wenn wir anfangen zu zeichnen, dann führen wir den Stift sehr hart! Wir suchen zwanghaft nach der genau richtigen Form! Und wir kopieren bereits Erlerntes immer wieder!

Zwang, Kopie und Monotonie sind der Tod einer lebhaften Zeichnung.

Die Regel ist einfach:  Variiere dein Bild, lass es wachsen und tue nicht immer das Gleiche.

Sei dabei fröhlich und variiere deinen Strich!

Verändere Formen! Spiele mit Hell und Dunkel.

Erlaube an der einen Stelle Monotonie, an einer anderen Stelle die Vielfalt!

Setze Klein und Groß ein, genauso wie Fläche Linie und Punkte.

Was ich möchte, ist eine Orgie mit dem Stift! Erlaube dir die Vielfalt!

Schau mal, hier ist jedes Fenster anders! Jedes Dach darf einen eigenen Charakter haben.

Salz und Pfeffer beim Zeichnenlernen:

Wir  zeichnen in der Regel mit einem Stift. Damit haben wir den Kontrast zwischen unserer Stiftfarbe und dem Papier, dies ist der Strich. Damit sprechen wir die Stäbchen im Auge an. Wer nun nur Linien zeichnet, der verschwendet eine ganze Menge Potenzial. Denn die Stäbchen finden Bilder extrem sexy, in denen es drei Tonwerte gibt, d.h. Hell, Mittel und Dunkel. Schaffe ich es, nicht nur einen tollen Strich zu haben, sondern dem Auge gleichzeitig drei verschiedene Lichtstärken anzubieten, dann wird es dich anbeten. Die Zeichnung wirkt sexy!
Die Faustregel: Du solltest in deinem Bild stets kleine Dunkelheiten einfügen. Achte darauf, dass du nicht alles vollzeichnest, sondern auch kleine helle Stellen stehen lässt.

Die Balance:

Es sollte keine Monotonie der Formen geben. Wenn man zum Beispiel ein großes Objekt hat, dann braucht dies einen Ausgleich.
Was passiert in der Praxis?
Wenn ich ein riesiges Objekt habe, dann kann dies sehr gewaltig wirken und das Bild erschlagen, oder es entsteht Strenge und Monotonie.Manchmal wirkt ein Bild, als würde es zu einer Seite umkippen. Wenn ich nun viele kleine Dinge in den Vordergrund oder an die Seite zeichne, dann erzeuge ich etwas Spielerisches, die kleinen Dinge wirken attraktiv auf das Auge. Das Bild wirkt nun weder gewaltig noch zu streng. Es entsteht ein sehr charmanter Gegensatz zwischen dem Kleinen und dem Großen.
Faustregel:  Das Kleine balanciert das Große
Zuerst sollte der Bauplan für die Zeichnung stehen. Widme dich zuerst den großen Flächen, gib diesen vielleicht auch schon mal eine leichte Tönung. Der Stift kann allerdings mehr als lange Linien.
Steht das Große und Ganze, und du hast die großen Flächen unter Kontrolle, dann kannst du wie Pfeffer und Salz kleine Linien und Punkte hinzufügen.
Faustregel: Bilder nicht überfrachten, nur langsam Details hinzufügen.

Zeichnen lernen und die Monotonie

Unser Auge hat sich als Entwicklungsland geschichtlich so entwickelt, dass es Dinge finden soll. Im Gegenschuss kann man sagen, dass es sich überhaupt nicht für Monotonie interessiert.
Wer eine schöne Zeichnung machen möchte, der muss variieren.
Variationsmöglichkeiten gibt es mehr, als man denkt:
  • Man kann zum Beispiel die Grundform variieren (Man muss nicht jedes Dach gleich malen),
  • Objekte in der Höhe variieren,
  • ihren  Abstand verändern,
  • den Rhythmus oder die Frequenz von Gegenständen variieren.
Das beste Beispiel hierfür sind Fenster. Die sind in der Regel sehr regelmäßig über Häuser verteilt. Stehen mehrere nahezu baugleiche Häuser nebeneinander, entsteht eine für das Auge  ausufernde Situation.
Faustregel: Eine Häuserreihe wird dadurch interessant, dass man die Fenster über die Häuser würfelt, wie eingeworfene Argumente.
Bitte schau dir einmal an, wie sehr gute Zeichner Häuser zeichnen.
Du wirst feststellen, dass in ihren urbanen Zeichnungen manche Häuser viele Fenster haben, andere Häuser haben gar keine Fenster, manchmal gibt es Häuser mit drei Fenstern, zwei Fenstern oder sogar nur einem Fenster. Wenn die Fenster nicht wie eine Art Rhythmus gemalt werden, dann zeichnen sich sehr gute Maler häufig dadurch aus, dass jedes einzelne Fenster anders gezeichnet ist. Häufig variieren die Fenster auch in Abstand, Höhe und Anordnung.
Faustregel: Jedes Fenster ist eine Persönlichkeit. Schau dir diese in meinem Bild an.

Kein Zwang:

Ich habe schon Schüler verzweifeln sehen, weil sie mit aller Gewalt noch ein paar Fenster in ein winziges Haus zeichnen wollten.
Eine Zeichnung ist kein Foto.
Die Zeichnung hat ihre eigenen Regeln, und eine dieser Regeln der Schönheit ist, dass Dinge variieren.
Mach dir eines klar, dein Betrachter ist nicht dumm, er wird selbst bei einem gezeichneten Fenster begreifen, wie die Fenster in diesem Haus aussehen.
Gibt dir dadurch selbst die Freiheit. 
Mach dir keinen Stress und gibt dir die Freiheit, nicht alles zu zeichnen.
Dinge, die dich interessieren, solltest du mit Hingabe zeichnen.
Zur Variation gehört auch, dass man andere Dinge entweder sehr lustlos zeichnet oder völlig weglässt.
Bewege deinen Kopf davon weg, dass jede kleinste Abweichung ein Fehler ist!
Das Prinzip der Variation macht Zeichnungen schön!

Das Prinzip der Variation  üben!

Zeichnen lernen macht Spaß, man kann es am besten  mit Fenstern üben. Mein Tipp: Zeichnet die großen Häuserfronten und die Dachformen. Zuerst lässt du alle Details weg.
Nur die großen Formen und dann fügst du noch die Schatten hinzu.
Nun brauchst du ein Stück Butterbrotpapier, ein Stück Transparentpapier oder ein dünnes Blatt Druckerpapier. Wichtig ist, dass du die Zeichnung durch die erste Zeichnung siehst!
Nimm deine Zeichnung mit ans Fenster und experimentiere:
Übung A:
Du malst alle Fenster völlig gnadenlos. In gewohnter Art und Weise.
Übung B:
Du malst viel weniger Fenster und versuchst jedes Fenster zu variieren.
Übung C:
Die Grundregeln von Übung B gelten, nun versuchst du aber jedes einzelne Haus anders zu malen.
Wie verändert sich dein Wenn man die Regel der Variation beim Zeichnen lernen anwendet? 
Viel Spaß beim Spiel!
Tine
Wichtiger Mentaler Tipp für die Lernphase!
Das ist kein Chaos! Die Anderen verstehen nur die tiefliegenden Künstlerischen Regeln dahinter nicht!

Zeichnen lernen -Mitmachen macht schlau!

Im Link könnt ihr euch den Ort ansehen und mitmachen!

La Plage de la Ponge

Tine Klein, Blog Zeichnen lernen, das Prinzip der Variation, Tusche, St.Trophe

Tine Klein, Blog Zeichnen lernen, das Prinzip der Variation, Aquarell, La Ponge

Und hier zum Vergleichen die beiden Bilder.
Nimm Dir die Muße,  jedes Fenster ein bisschen anders zu gestalten!
Eine Bitte an dich. Damit dieser Blog gefunden werden kann, brauche ich deine likes! Bitte denkt daran,  mal das Knöpfchen zu drücken,  damit dieser Malunterricht erhalten bleibt.
Liebe Grüße Tine



 

Menschen malen

 

I don ´t wanna loose control!

Schmachtet die sinnliche und schöne Frau ins Mikrofon. Lasziv bewegt sich ihr Körper im Scheinwerferlicht.
Die Töne gehen unter die Haut, denn wir wissen, der Text ist Quatsch! Ein unglaublicher Quatsch sogar, denn sie will die Kontrolle nicht verlieren.

Der Mensch muss ab und zu die Kontrolle verlieren, um etwas Gutes und Neues auszuprobieren und das Leben oder seine Fähigkeiten
zu verändern.

Beim Malen merkt man mit Erstaunen, dass es auch geht, wenn man die Kontrolle verliert.

Ein paar Klecke reichen, damit man Menschen sieht.

Tine Klein Tutorial Menschen malen

 

Zum Lernen gehört das Loslassen!

Der kleine Haken an der Sache ist, dass wir erst hinterher merken werden, ob die Entscheidung gut oder richtig war.
Deshalb haben Menschen mit Recht eine ausgeprägte Angst davor, die Kontrolle zu verlieren.

Deshalb haben wir alle eine enorme Angst davor, beim Malen die Zügel locker zu lassen.

Menschen malen

Heute möchte ich euch darauf aufmerksam machen, dass Menschen malen sehr einfach ist.

Jetzt sehe ich schon, wie du vor dem Bildschirm den Kopf schüttelst.

Die meisten von uns haben vor dem Menschenmalen eine solche Angst, dass sie sie erst in letzter Sekunde ins Bild malen.

Ich kann dich gut verstehen, Menschen malen hat mir am Anfang eine Heidenangst eingejagt. Die Menschen male ich aus purer Gewohnheit zum Schluss. Dies ist ein Ritual, das aus meiner Angst entstanden ist.

Das Menschenmalen ganz am Ende eines Bildes hat nämlich den Haken, dass man Menschen dann mit sehr starken und dunklen Farben oben auf das Bild setzen muss. Und die dunkle Farbe sorgt dafür, dass jeder der vielen  Fehler ins Auge springt.

Betrachte einmal das heutige Bild. Was siehst du?

Tine Klein Tutorial Menschen malen

Darauf kommen wir später noch einmal zurück.

Menschen malen, ist das überhaupt notwendig?

Die Frage ist ein wenig komisch oder? Natürlich sehen Bilder ohne Menschen aus wie nach einer Bombenräumung. Jeder, der tolle Bilder malen möchte, wird nach und nach das Bedürfnis empfinden, Menschen auch malen zu können.

Aber ganz am Beginn machen wir einen Denkfehler. Nur ganz selten malen wir wirklich Menschen. Sehr häufig reicht es, das zu malen, was Menschen tun, und dies ist unendlich viel einfacher als Menschen zu malen.

Menschen malen in aller Genauigkeit kommt in Bildern sehr, sehr selten vor. Beim Ganzkörperporträt oder beim Aktzeichnen.

In jeder anderen Form des Bildes geht es nur darum, dass der Betrachter erkennt, was der Mensch tut.

Was dir jetzt wie Haarspalterei vorkommt, ist allerdings ein sehr wichtiger Unterschied.

Wenn du selbst über einen Marktplatz läufst, dann nimmst du nicht jedes Gesicht wahr.

Du erkennst anhand der Tätigkeit und Körperhaltung, was Menschen tun,  und daraus ziehst du deine Schlüsse. Die Frau mit der großen Tasche geht einkaufen, der dicke Mann hinter der Theke ist Verkäufer, und die Leute am Stehtisch trinken Kaffee.

 

Jede einzelne Tätigkeit hat eine Körperhaltung. In den allermeisten Fällen müssen wir keine Menschen malen, sondern nur eine Körperhaltung andeuten.

Menschen malen- die Körperhaltung reicht!

In meinem allerersten Artikel schrieb ich darüber, dass es völlig reicht, ein kleines Rubli zu malen, und schon hast du einen Menschen im Bild. Artikel zum Menschenmalen hänge ich an diesen Artikel an.

Heute möchte ich euch auf einen anderen Aspekt hinweisen.

Wenn man einen Menschen nicht als Fremdkörper betrachtet, sondern als Teil des Bildes, kann man ihn sehr grob anhand seiner Körperhaltung ins Bild einfügen.

Die Körperhaltung malt man, indem man sehr grob die Stellung von Schultern, Hüften und Kopf andeutet. Auch dazu gibt es bereits einen Blogartikel.

Dies hilft natürlich auch,  wenn man Menschen glaubhaft malen möchte. Meine Schüler lehre ich eine Mischung aus Geste und Proportion.

 

Menschen malen als Tätigkeit oder Körperhaltung:

Wenn man einen Menschen als Tätigkeit malt, dann braucht man vieles nicht.

• Wenn man einen Menschen als Tätigkeit malt, dann darf man ihn nicht mit einem genauen Gesicht versehen. Gebe ich dem Menschen ein genaues Gesicht, dann denkt unser Gehirn, wir schauen den Menschen genau an. Dann verlangt es mehr! Deshalb lass das Gesicht weg. Denke nicht, dass du dies umgehen kannst. Immer dann, wenn unser Gehirn jemanden ins Gesicht schaut, dann schaut es genauer hin.

• Hände, Hände sind für Maler immer eine enorme Herausforderung. Doch wenn du den Menschen als Tätigkeit malst, dann reicht es völlig anzudeuten, wo eine Hand ist. Wir betrachten hier Menschen so, als würden wir sie aus dem Augenwinkel wahrnehmen. Es reicht hier,  ganz grob anzudeuten, was diese tun. Also musst du dir um Hände auch keine Sorgen mehr machen.

• Eine grobe Körperhaltung und ein paar gute Accessoires reichen völlig,  um eine Szene darzustellen.

Bildanalyse-Menschen malen:

Desto länger man malt,  desto leichter fällt es einem, Dinge zu abstrahieren. Das heutige Bild ist ein Extremfall. Hier habe ich nichts genau gemalt,  und genau das ist der Trick. Keiner der Menschen ist wirklich als Mensch gemalt, sie sind alle aus der Situation heraus modelliert.

Du solltest vorhin das Bild betrachten, was hast du gesehen?

Wahrscheinlich siehst du einen Markt, ansonsten habe ich versagt. Auf der linken Seite zwei Menschen, die Kaffee trinken,  und im Zentrum des Bildes eine Frau hinter einem Marktstand.

Die Frau hinter dem Marktstand ist doch bestenfalls ein Klecks.

Ich gebe dem Gehirn ein ovales Gesicht und eine Schulterstellung.

Ein guter Chef kann delegieren, ich lasse dich im Kopf das Bild selber fertig malen.

Der Marktstand besteht aus einem Dreieck und mehreren Quadraten.

Die Frau, die am Kaffeestand steht, ist eigentlich nur ein Kopf mit einem Arm.

Der Mann am Stand ein Klecks mit einem weiteren Klecks als Kopf darauf.

Alles andere macht dein Kopf.  Möchtest du so malen, darfst du nicht so genau werden, du darfst nur einige Schlüssel-Informationen geben.

Das Prinzip

Wenn man das Gehirn laufen lässt, dann reimt es sich so einiges zusammen: Eine ältere Dame auf einem Holland-Fahrrad fährt gemütlich über den Platz.

Was brauche ich dafür?  Die klassische Körperhaltung, gerade aufgerichtet. Das wesentliche Accessoire ist hier der Lenker. Lampe und Lenker geben neben dem geraden Körper den entscheidenden Hinweis. An den Körper muss man nur ein langes und ein kurzes Bein malen und schon weiß der Kopf, aha Fahrradfahren!

Mein Tipp für dieses Wochenende:  Versuche einmal Menschen zu malen,  indem du alles weglässt.  Ein paar unterstützende Accessoires sind allerdings unabdingbar. Menschen malen wird einfach,  wenn man sich nur auf die groben Grundformen konzentriert, keine Gesichter und keinen Schnickschnack. Der entscheidende Vorteil dieser Methode ist, dass man mit Leidenschaft malen kann, man kann und darf die Kontrolle verlieren , weil es so einfach ist, das Gesamte wieder zusammenzufügen!

Ich wünsche dir ein wundervolles Wochenende

Tine

 

 

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Ich hoffe,  dass die Kurse im April stattfinden! Hier lernen wir, wie man in sehr einfachen Schritten zu tollen Ergebnissen kommt. Aber 6 Wochen sind in den Zeiten von Corona eine sehr lange Zeit! Ich freue mich wie verrückt auf euch!

Wie wichtig es einem werden kann,  seine Schüler wirklich zu sehen!

Kurse:

Nicht abschrecken lassen, einfach anrufen. Da die Organisation so chaotisch ist, arbeiten wir dieses Jahr mit Wartelisten.

https://www.boesner.ch/niederlassungen/veranstaltungen/menschen-malen-und-skizzieren-3955

https://www.boesner.ch/niederlassungen/veranstaltungen/menschen-malen-und-skizzieren-1-2-4191

https://www.boesner.ch/niederlassungen/veranstaltungen/menschen-malen-und-skizzieren-1-1-4173

 

Weiterlesen bei Tine zum Thema :

https://blog.herz-der-kunst.ch/menschen-zeichnen/

https://blog.herz-der-kunst.ch/figuerlich-malen-laesst-die-puppen-tanzen/

Figürlich Malen, lässt die Puppen tanzen!

Menschen zeichnen

Ich verspreche euch, das es viel einfacher wird Menschen zu malen als in diesem Video!

https://www.youtube.com/watch?v=iNySoVoOfw8&t=182s

 

 

 

 

 

Pinseltechnik – Wie man einen Pinsel benutzt!

 

Moin, meine Lieben!

Wie komme ich denn auf so einen blöden Gedanken? Du und ich, wir benutzen doch Pinsel regelmäßig!

Also wissen wir doch auch, wie man einen Pinsel benutzt?

Was mich immer mal fasziniert hat, ist, dass der Wissenschatz fast unbegrenzt ist.

Ich weiß, dass ich nichts weiß!

Mit allem, was ich lerne, öffnen sich wieder neue Türchen, und dahinter gibt es etwas Neues zu lernen.

Pinsel- vielseitiger als man denkt!

Der Unterschied zwischen einem Laien und einem Profi ist, dass sich der Profi verhält wie ein zwangsgestörter Bluthund.

Er jagt Pinseltechniken. Immer dann, wenn ich das Video eines anderen Malers sehe, dann male ich im Kopf mit. Wenn der Maler plötzlich eine für mich neue Pinseltechnik benutzt, geht’s mir wie meinem Hund Rudi.

Wenn Rudi vor einem Bau stand, dann konnte man regelrecht sehen, was ihm durch sein kleines Dackelgehirn schoss.
Er atmete schwer und starrte in das Loch. er würde jede Maßnahme ergreifen, er wusste nur noch nicht wie!
Wenn er nur wüsste, was die richtige Technik wäre! Um das Vieh aus dem Bau zu zerren!
Mein Hund verwandelte sich in einen zwangsgestörten Massenmörder.

Pinseltechnik!

Leider geht es mir selbst so, wenn der Jagdtrieb mich überwältigt. Na ja, das mit dem Massenmörder lassen wir weg, aber zwangsgestörte Verhaltenszüge weise ich bei der Jagd nach Pinseltechniken allemal auf! Mein Jagdtrieb zwingt mich, auf das Video zu starren, da unterscheide ich mich  kein bisschen von meinem Hund. 

Die Pinseltechnik und ihre Faktoren:

Selbst wenn man gutes Bildmaterial hat, ist es sehr schwer,  eine Pinseltechnik aus einem Video zu lernen.
Der Effekt, den man sieht, entsteht in Sekunden wie von Zauberhand.
Alles, was man sieht, ist das Ergebnis, aber man weiß nicht, wie der Maler dahin gekommen ist.
Tatsache ist, dass die meisten Menschen einen Pinsel wie einen Stift benutzen.
Anders als bei einem Stift hat man mit einem Pinsel viel mehr Möglichkeiten. Man kann ihn nicht nur mit der Spitze benutzen, sondern auch mit der Seite, man kann den Pinsel pressen oder  Effekte erzeugen, ohne dass der Pinsel auf dem  Blatt ist. Man kann mit dem Holz kratzen.Pinseltechnik eröffnet viele Möglichkeiten. Aquarell Reithalle in Riehen, Tine Klein
Weiße Bäume vor dem Haus gemalt, rechts neben dem Haus gekratzt.
Hinzu kommt die geradezu magische Wechselwirkung zwischen Feuchtigkeit und Papier.
Man kann die Feuchtigkeit im Pinsel steuern, andererseits kann aber auch das Papier feucht sein.
Heute aber möchte ich euch nur die Basics zur Pinselsteuerung in die Hand geben.

Pinseltechnik, welche Möglichkeiten hat ein Pinsel?

Ich möchte, dass du heute deine Lieblingspinsel besser kennenlernst. Deshalb möchte ich, dass du deinen Pinsel mit anderen Augen betrachtest. Damit ein Bild so richtig schön wird, haben wir drei Möglichkeiten,  die Farbe aufs Papier zu bringen.

  • Flächen,
  •  Linien,
  • und  Pünktchen, kleine Betonungen.

Viele Laien benutzen den Pinsel nur von einer Seite, d. h. sie benutzen nur die Spitze.

Nur die Pinselspitze zu benutzen, ist ungefähr so sinnvoll, als wenn man ein Wohnmobil dazu benutzt, nur zur Arbeit zu fahren. Ja, das Auto bewegt sich, aber es könnte viel mehr!

Der Pinselstrich-die DNA der Schönheit:

Pinseltechnik: große Flächen

Die großen Flächen sind die absolute Basis eines Bildes. Wenn ich diese gleichmäßig aufs Blatt bringen möchte, dann brauche ich eine ganze Menge Wasser und Farbe im Pinsel.

Merke: Zu kleine Pinsel und Brushpens können dies nicht!

Um große Flächen zu kolorieren, braucht man eine ganze Menge Wasser und Pigment.

Und deshalb wird der Pinselbauch interessant, denn hier befinden sich das Wasser und die Farbpigmente.

Benutzt man die Pinselspitze und setzt den Pinsel häufig ab,  verhält sich der Pinsel wie eine Pipette, die gedrückt wird. Die Pinselspitze ist dafür gemacht,  Farbe abzugeben. Jedes Mal, wenn sie auf das Blatt kommt, gibt sie einen Schwung Farbe ab. Das Ergebnis ist ungleichmäßig und fleckig, daran ist nicht dein Pinsel schuld, sondern die Handhabung.

Merke:

Eine Pinselspitze ist dazu gemacht, gleichmäßig Farbe in Bewegung abzugeben.

Pinseltechnik:

Soll eine große Fläche gleichmäßig mit Farbe gestaltet werden, muss man zügig arbeiten. Trocknet die Farbe, dann entstehen Ansatzpunkte. Deshalb ist es sinnvoll, den Pinsel sehr zügig, aber nicht zu schnell über das Papier zu ziehen. Der Pinsel soll Zeit haben, die Farbe gleichmäßig und schnell abzugeben. Der Pinsel erhält einen sanften Druck, damit die Flüssigkeit aus ihm herausfließt, und gleichzeitig soll der Pinsel breit sein, sanfter Druck und der Pinselkörper werden benutzt.

Wichtig! Zwischendurch hat der Pinsel  nichts im Wasser zu suchen.!

Wasserflecken entstehen durch die Aufnahme von Wasser im Pinsel.

Jedesmal, wenn du den Pinsel mit Wasser neu füllst, kann er Flutwellen auf dem Papier auslösen!

Jetzt werden ca. 80 % von uns feststellen, dass ihr Pinsel zu klein ist, um eine gleichmäßige Fläche zu malen.

Weitere Tipps und Tricks für die Pinseltechnik für große Flächen:

• Das Papier wird leicht angefeuchtet, dann können sich die Pigmente, die der Pinsel abgibt, leichter in der Fläche gleichmäßig verteilen. Dies hilft aber nur, wenn man die Fläche zügig mit Farbe füllt. Danach gilt jedoch die Finger- weg-Regel: Wenn die Farbe trocken ist, darf sie nicht mehr berührt werden.

• Ist ein Pinsel ein wenig zu klein, ist es sinnvoll, genügend Farbe vorher zu mischen. Dann kannst du mit dem Pinsel erneut Farbe aufnehmen, es entstehen trotzdem keine Ansatzränder, denn die Farbe hat die gleiche Zusammensetzung wie die Farbe, die vorher benutzt wurde.

Baum links oben: Trocken auf Trocken mit Pinselspitze. Das Grau dahinter Nass in Nass mit Pinselkörper. Der Stamm: Trocken auf Trocken, Pinselbauch mit Knick. Die Linien an der Tür:  gedrückt mit Flachpinsel Nass auf Trocken. Haus und Landschaft:  Nass in Nass, Pinselkörper.

Hausaufgabentipp: Mache drei große Rechtecke auf dein Blatt. Ziel der Übung ist es, die Farbe gleichmäßig aufzutragen. Im ersten Rechteck arbeitest du so wie immer. Das zweite Rechteck füllst du schnell und zügig mit Farbe, ohne den Pinsel abzusetzen. Falls du doch absetzen musst,  benutzt du nur die vorher angerührte Farbe. Danach lässt du die Farbe trocknen,  ohne sie anzurühren. Drittens: Du feuchtest das Rechteck ganz leicht an, bevor du die Farbe aufträgst. Die Feuchtigkeit muss sehr gleichmäßig sein. Dann verfährst du wie bei Punkt 2. Was passiert? Und wie verändert sich die Farbe?

Pinseltechnik für zarte Linien:

Bei der Pinseltechnik für Linien kommt die Pinselspitze, wie wir es gewohnt sind, ins Spiel.

Doch anders, als die meisten Menschen glauben, braucht man keinen kleinen Pinsel für feine Linien. Damit man eine Linie ziehen kann, braucht der Pinsel einen guten Pinselkörper, denn damit eine Linie ununterbrochen gezogen werden kann, muss ja die Flüssigkeit laufen.

Deshalb braucht man einen Pinsel mit einem dicken Bauch und einer ganz feinen Spitze. Dies muss jetzt nicht unbedingt ein Spezialpinsel sein. Denn ein guter Rundpinsel kann dies auch. Wichtig ist dabei die Pinseltechnik.

Soll die Linie gerade und gleichmäßig sein,  musst du den Pinsel weit hinten anfassen. Gestochen scharfe Linien entstehen auf trockenem Papier. Der Pinsel sollte gleichmäßig und zügig übers Papier fahren.

Dies ist die kompliziertere Methode, denn der Pinsel stellt uns noch eine weitere Seite zu Verfügung. Feine Linien kratzt man oft viel besser mit einem harten Gegenstand in die feuchte Farbe. So erhält man viel feinere und auch schärfere Linien, als wenn man diese mit einem Pinsel schlapperig malt. Es gibt sogar einige Pinsel, die haben Metallspitzen am Ende des Stils, um das Kratzen zu erleichtern. Du brauchst dafür allerdings keinen Spezialpinsel, alles was hart ist, kann diese Rillen im Papier erzeugen. Ich habe meinen Lieblingspinsel hinten angespitzt. Man kann Linien mit der Kante von Flachpinseln erzeugen.

Oder man ist so bescheuert und vergisst die Hälfte des Kunstmaterials zuhause und muss dann mit Kugelschreiber vorzeichnen!

Überraschend gut? Oder? Wer hätte gedacht, dass sich der fiese Kugelschreiber so gut einfügt?

Zum Thema Spritzen, Pünktchen kleckern und Effekte werde ich euch noch mal einen Blog schreiben.

Liebe Grüße ins Wochenende Tine

Die Fotos zum Malen findet ihr am Ende des Beitrags. Viel Spaß !und Hashtag #malenmitTine nicht vergessen!

Herzlichen Dank für die Spender der letzten Wochen!

Ich habe besseres Licht angeschafft!

 

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Weiterlesen! Wie geht der trockene Strich:

 

Die Fotos:

Das Motiv ist der Stadtpark in Riehen! Da male ich extrem gerne.

Tine Klein Tutorial Pinseltechnik #malenmitTine alte Reithalle in Riehen Tine Klein Tutorial Pinseltechnik #malenmitTine alte Reithalle in Riehen Tine Klein Tutorial Pinseltechnik #malenmitTine alte Reithalle in Riehen

 

 

 

 

Mit Achtsamkeit zum Bild

Tine Klein, Aquarell Geiger am Münster in Basel, malen lernen mit Achtsamkeit

 

Achtsamkeit ist die Ruhe, den Augenblick zu genießen:

Du brauchst das Glück nicht finden, es findet dich!

Das sind die kleinen Momente, die uns Corona nicht rauben kann!

Letzte Woche bin ich auf  einer Eisplatte ausgerutscht und hab mir eine kleine Rippenprellung geholt.

Das Fürchterlich daran ist nicht die Rippenprellung, sondern dass das Buch, das ich gerade lese, so gut und lustig ist, dass ich ständig lachen muss, das grenzt an Masochismus. Autsch, Autsch…..Autsch…..

Schon mal vorab, das Buch ist witzig, hat soviel schwarzen Humor, dass es schon über die Grenzen des guten Geschmacks hinaus geht, und für Menschen, die keine handfeste Ironie mögen, ist es auch nix, und ich liebe es!

Die Hauptfigur ist ein durchaus freundlicher Vater, der  versucht, sich im Leben  durchzuschlagen. Und so wird er blöderweise Mafia-Anwalt. Daraufhin ist in seinem Leben gar nichts mehr klar, weil ihn das Ganze total überfordert, deshalb zwingt ihn seine Frau zu einem Achtsamkeitskurs.

Er befreit sich von all den Faktoren, die ihn belasten, ganz nach seiner Achtsamkeit-Bibel. Freundlich lächelnd fallen ihm fiese Mafiabosse zum Opfer! Es fragt sich, ob dies im Sinne der buddhistischen Erfinder ist?

Haltlos kicher! Nicht im Sinne des Erfinders, klappt aber!

Trotz der absurden Menge schwarzen Humors schafft es das Buch, eine ganze Menge über das Prinzip der Achtsamkeit zu vermitteln.

Maler sind achtsam!

Viele Menschen malen, weil man sich dabei ganz ruhig die Zeit nimmt, etwas zu betrachten.

Maler kennen die heilsame Wirkung der Achtsamkeit, ohne es so zu nennen.

Wenn ich solche Bilder male, dann tue ich das nicht, weil ich da so stolz drauf bin, sondern weil sie schöne Momente speichern.

Die Prinzipien der Achtsamkeit, die man mit dem Malen in Verbindung bringen kann:

• sich erst mal etwas in Ruhe anzusehen, ohne es zu bewerten. Stichwort: genau hinsehen.

• Erst mal Klarheit in seine Situation bringen, bevor man loslegt. Das muss man, wenn man das Licht fangen will!

•Sich nicht zwingen lassen, Dinge zu tun, die man eigentlich nicht tun will. Schau mal,  ich hab die Kirche weggeschnitten!

• Nicht ständig tausend Sachen in eine Situation hinein quetschen.

Da das Malen sehr viele Aufgabenstellungen gleichzeitig hat, könnten dies doch Anweisungen eines Mal-Lehrers sein oder?

Beobachten ist unbezahlbar

In dem Buch wird zum Beispiel von einer Übung erzählt,  bei der der Rechtsanwalt ein Lebensmittel so essen soll, als hätte er’s noch nie gesehen. Er betrachtet die Farbe sehr genau, die Form , nimmt plötzlich die Geschmäcker intensiv wahr und genießt einen normalen Apfel, als wenn es ein Luxusprodukt wäre.

Wir sollten Dinge mit dem gleichen Interesse malen,  als hätten wir sie noch nie gesehen!

Als ich abends mein Bier trank, kam es mir so extrem wunderschön bernsteinfarben vor, und ich war mir sicher,  dass kein Edelstein wunderschöner hätte glitzern können.

Die Achtsamkeit, einen Augenblick bewusst wahrzunehmen, ist die Fähigkeit der guten Maler.

Achtsam, der richtige Bildausschnitt!

Ein guter Maler lässt sich nicht zwingen!

Die meisten Menschen fangen ziemlich hektisch an zu malen, sie malen alles aufs Blatt, was ihnen vor die Augen kommt.

Achtsamkeit heißt: Nimm doch erst mal die Situation wahr!

Man lässt sich nicht stressen und auch nicht zwingen. Genau das macht gute Bilder.  Das ist ein einfaches System mit großer Wirkung. Denn daraus resultiert, dass man auch mal ohne Panik nein sagen kann.

Wie soll ich ein tolles Bild malen, wenn ich nur hektisch abarbeite?

Wenn man sich etwas unachtsam angesehen hat, dann kann man auch kein bisschen Durchblick entwickeln. Man malt stereotype Motive und sieht die außergewöhnlichen Chancen nicht.

Ein kleiner Bildausschnitt:

Damit die Sache gelingt, hält man sie schön klein.

Und diese Klarheit entsteht dadurch, dass man sich sehr ruhig auf etwas konzentriert, deshalb ist die Kirche weg!

Diese Klarheit muss man selbst herstellen, indem man schaut, wie man den Hauptgegenstand gut ins Bild bekommt. Oft sind diese Regeln idiotisch einfach und trotzdem in der Hektik des Alltags unbezahlbar.

 

Schneide so viel vom Bild weg, bis das, was du gerne magst, genug Platz auf deinem Blatt hat.

 

Sehr makaber entsorgt die lächelnde Hauptperson im Buch Mafia-Bosse, bis er wieder genug Platz für sein Leben hat.

Darf ich dich mal ermutigen, deine Bilder auch so anzulegen? Weg damit und schon entsteht Platz für Schönes!

Der Bildsucher

Der einfachste Tipp ist, die Hände zu einem kleineren Rähmchen zu formen,  dadurch zu schauen und festzustellen, was ein schöner Bildausschnitt wäre.

In der Fachsprache nennt man dies den Bildsucher. Bildsucher kann man auch kaufen, dann erwirbt man eine Pappscheibe mit einem Loch in der Mitte. So kann man dann abschätzen, wie ein Bild wirkt, wenn man mehr oder weniger begrenzt.

Der Bildausschnitt ist nicht klar definiert, man muss ihn suchen.

Nur fände ich es nicht schön, wenn du dir den Bildausschnitt von einer kleinen Papierscheibe diktieren lässt. Wer tatsächlich im Freien malt, weiß, dass sich Bildanteile mit einer Kopfdrehung ganz gewaltig verschieben.

Tine Klein Achtsamkeit in der Malerei

Schaue ich nach links, ist ein Haus im Bild, drehe ich den Kopf nur ein wenig,  ist das Haus weg.

Verblüffend oder? Zwei Meter und alles ist anders. Kopfdrehung sorgt dafür, dass ein Haus erscheint oder verschwindet.

Eigenverantwortung:

Suche dir die schönste Position mit dem schönsten Blick, und da du ja weißt, dass sich die Bildanteile ständig verschieben, darfst du das auch eigenhändig in deinem Bild  machen.

Dies nennt man im amerikanischen “the artistic licence!“

Du verschiebst jetzt die Motivanteile so, dass sie ein klares Bild erzeugen.

Du wirst feststellen, das wird Wunder wirken, denn alles, was wir nicht wollen,  ist ein Bild, das aussieht wie ein Eintopf.

 

“ Das Essen sah aus, als ob ein Chinese Essen beim Italiener bestellt hätte, das dann über deutsche Spezialitäten gekotzt hätte und ab und zu schauten mal ein paar Kartoffelstückchen heraus.  Ich kann Eintöpfe nichts abgewinnen, aber vielleicht werte ich zu sehr.“  (nacherzählt aus: achtsam morden)

Bildausschnitt rund um den Hauptgegenstand

Damit mein Bild nicht ausschaut wie ausgekotzt, schiebe ich die Bildbestandteile so, dass sie mein Hauptmotiv einrahmen.

Soweit das geht, lasse ich alle Gegenstände im Bild eine Beziehung zu meinem Hauptmotiv aufnehmen.

Im Grunde läuft es hier ein bisschen wie bei der Mafia, im Bild ist keine Widerrede erlaubt. Einzelne Gegenstände im Bild fügen sich der Gesamtheit oder sie werden umgebracht. Uppsss….

Alltagstipps:

•Ich stelle zum Beispiel einen Bildgegenstand in den Fluchtpunkt. Dann laufen alle Linien auf diesen geliebten Punkt zu.

• Konkurrenzverbot! Dinge, die zum Bild gehören, die du aber nicht sofort abmurksen kannst, werden so langweilig gemalt, dass sie mit deiner Bild-Aussage nicht in Konkurrenz treten.

• Das Gleiche gilt für Farben, oft ist es sehr sinnvoll, ein Bild so klein und klar zuzuschneiden, dass darin kein Farbchaos herrscht.

Fazit:

So schön wie die Umgebung auch ist, dies nützt alles nichts, wenn das Bild hinterher ausschaut wie ein Eintopf. Sei achtsam! Und mache es dir einfach, dann kannst du mit Klarheit loslegen.

Weiterlesen bei Tine:

https://blog.herz-der-kunst.ch/bildzentrum-lass-dein-bild-sprechen/

Eine Buchbesprechung von Achtsam morden.

https://juergenwulff.de/orientierungszeit-podcast_033/

 

Kann man achtsam morden? – Buchempfehlung

 

Getöntes Papier- Skizzieren auf toned paper

Wir sind Gris und Tine!
 
Diese Woche die Berlin -Basel – Connection! Freitagabend 12.2 auf Instagram.
Live-Stream
 
Lachen, Plaudern, Malen!
 
Wir gehen 19.30 Uhr auf Instagram online, komm online!
 
Gibt es Fragen, die ihr Gris stellen wollt?

 

In letzter Zeit gibt es einen Trend: getöntes Papier.

 

Meine Recherchen haben ergeben, dass Menschen gar keine Laktose brauchen, um intolerant zu sein! Komisch!

Toleranz für neues Material!

Meistens stürzen sich alle auf neues Material, doch in bestimmten Bereichen gibt es tief sitzende Vorurteile.
 
Eine Frau fragte, ob jemand gutes getöntes Aquarellpapier kenne. Daraufhin wurden einige Mitglieder der eingeschworenen Aquarellgemeinde böse und beschimpften die Frau, dass jeder, der Aquarelle male, niemals getöntes Papier benutze. Die Frage der Frau wurde in dem Forum, ehe ich antworten konnte, gelöscht.

So was lässt mich nur kichern! Und die anderen Sketcher auch!

Ein kleines Experiment hat noch nie geschadet.

Auf getöntem Papier zu arbeiten, macht nicht nur Spaß, weil es das Gehirn kitzelt, es hilft dir auch,  die Malerei besser zu verstehen!

Mein lieber  Freund Gris, nimm dich in Acht! Du arbeitest gerne auf getöntem Papier. Ich sag es dir, die Frauen dieser Aquarellgruppe sind Raubtiere!  Und getöntes Aquarellpapier ist so was wie das rote Tuch für den Stier .kicher!  Wie sagt man denn  Stier genderneutral? Große böse Muhkuh?
 
Und auch ich male gelegentlich auf braunem Papier.  Kopf einzieh und duck. Wenn es gleich klingelt, kommt der Exorzist! (Äh – in!)

Tine Klein Tutorial getöntes Papier

Getöntes Papier, das Material der alten Meister!

Ich war völlig perplex, denn getöntes Papier ist das Material der alten Meister!

William Turner zum Beispiel benutzte immer getöntes Papier! Ich habe euch unten 60 Beispiele angehängt.

Getöntes Papier ist aus der Mode gekommen,  jetzt dreht sich der Trend wieder. Getöntes Papier ist hipp!

In meinen privaten Skizzenbüchern sammele ich Erinnerungen, gerne auf getöntem Papier:
 
Eine Seite mit Foto.
Und die andere Seite, ist übersäht mit schnellen Skizzen des Tages!

Getontes Aquarell erspart die erste Schicht – alles prima!

Aquarellieren auf getöntem Papier, warum?

Getöntes Aquarellpapier? Was soll das? Zuerst gibt man viel Geld für transparente Aquarellfarben aus und dann arbeitet man auf getöntem Aquarellpapier! Das ist doch hirnrissig!

Keinesfalls! Eine der größten Herausforderungen für alle Menschen, die malen, ist das Meistern von Licht und Schatten. Gerade für Anfänger ist es extrem schwer.

Überraschenderweise ist es oft einfacher, auf getöntes Papier umzusteigen!

Weißes Papier hat seine Tücken!

Damit ein Bild so richtig gut aussieht, braucht es eine gute Mischung aus hell und dunkel. Ein Großteil der Farben befindet sich im Mitteltonbereich. D. h. der größte Teil der Farben ist leicht getönt. Dies ist auch völlig richtig so, doch dummerweise hat man das Weiß auf dem Papier auch sehr schnell übermalt.

Ein Loch im Bild!

Und auf dieses Loch stürzt man sich gerne, und dann ist die Helligkeit im Bild flöten gegangen.

Die resultierenden Bilder können nicht mehr gut aussehen, weil man ihnen den Sonnenschein gestohlen hat.

Eine Technikumstellung hilft!

Getöntes Papier erfordert eine Technikumstellung! Dies tut dir gut, denn dein faules Gehirn wird vom Sofa gescheucht und rein in die Joggingschuhe.
 
Auch wenn du dich damit abgefunden hast, dass du jedes Mal die winzigen Lichtreflexionen beim Malen vergisst auszusparen. Dies ist jetzt keine Ausrede mehr!
 
Denn auf getöntem Papier malt man ganz anders.

Man kann Lichter ohne Probleme aufsetzen

Gleichzeitig kann man auch mit den dunklen Tönen experimentieren.

Meiner Erfahrung nach ist es für Anfänger viel einfacher, ein Licht nachträglich aufzusetzen, als dies von Anfang an auszusparen.

Das Spiel mit Licht und Schatten bleibt jedem Maler ein Leben lang erhalten.

 

Es hat noch niemandem geschadet, seinen Horizont spielerisch zu erweitern.

 

Getöntes Papier  bringt Zusammenhang

Natürlich ist weißes Aquarellpapier mit transparenter Farbe ein dream team! Nichts ist schöner als strahlende Farbe auf weißem Papier.  Das nützt aber nichts, wenn man das Mixen nicht im Griff hat. Hell, mittel, dunkel, da ist uns doch jedes Training recht! Es ist sinnvoll, das Problem anders herum anzugehen! Dadurch, dass das Papier eine durchgehende Farbe hat, entsteht ein sehr angenehmer Eindruck.

Getönte Papiere geben einem Bild Zusammenhang!

Oft wirken die Bilder von nicht professionellen Malern ein bisschen zerrissen oder zerbrochen. Weil sie es nicht schaffen, den Zusammenhang im Motiv zu erzeugen.

Farbiges Papier wirkt nicht als Loch, wenn es blitzt!

Die gesammelten Erfahrungen werden dir auch auf weißem Papier helfen, denn du merkst, dass es durchaus sinnvoll ist, eine gemeinsame Farbe unter dem Bild zu haben.

Dabei muss man allerdings beachten, dass sich transparente Farben durch getöntes Papier verändern.

Man muss immer den Einfluss der Papierfarbe beim Malen hinzurechnen.

Die Papierfarbe einberechnen!

Bevor du loslegst, musst du erst mal ein bisschen rumtesten.

Arbeitet man zum Beispiel mit braunem Papier, ist es sinnvoll, mit kühleren Farben als normal zu arbeiten. Denn durch das braune Papier entstehen immer automatisch Naturtöne. Arbeitet man mit kühlen Tönen, bleiben die Farben trotzdem relativ frisch.

Getöntes Papier gibt es in vielen Farben, häufig ist es grau, auf diesem Papier kann man entweder verwandte Farben benutzen  oder die Farben müssten etwas strahlender sein, denn die Farbe wird natürlich durch das Papier gedämpft.

Dunkle Farben kann man weiterhin wie gewohnt verarbeiten.

Wird die Farbe des Papiers zu dunkel,  muss man auf Gouache umsteigen.

 

Deckende helle Farben:

Damit man die ganz hellen Farben aufsetzen kann, braucht man natürlich auch deckende helle Töne. Eine Tube weißes Gouache oder Deckweiß hilft.

Außer vielleicht beim Himmel sollte man sich merken, dass man die hellen Farben nur als Reflexe aufsetzt. Mischt man alle Aquarellfarben mit Weiß, verlieren diese ihre Leichtigkeit und können leicht klebrig wirken.

Tine Klein Tutorial getöntes Papier undSkizzieren

 

Dann muss man das ganze Bild auf die entsprechende Technik umstellen. Dann malt man die Farbe wie Ölfarbe.

Tine Klein Tutorial getöntes Papier und Aquarell

Wer allerdings skizziert, sollte sich eines merken:

Hell und Dunkel sollten wie Pfeffer und Salz benutzt werden.  Den Vorteil einer gemeinsamen Papierfarbe sollte man nicht verspielen, indem man alles zumalt, also viel Freiheit lassen.

Getönte Papiere und Aquarellpapiere:

Beim Zeichnen gibt es eine riesige Auswahl von getönten Papieren. Hier kann man auf die Papiere für Pastell zurückgreifen. Es gibt aber auch mittlerweile eine große Auswahl an Zeichenpapieren. 

Schwieriger wird es, wenn man mit flüssiger Farbe arbeiten möchte. Hier muss man richtig suchen. Denn meistens sind die Papiere viel zu dünn.

Mein Tipp: Versucht erst gar nicht, mit feuchter Farbe auf Papier unter 220 g/Quadratmeter zu malen.

Es gibt getöntes Multimedia Papier von Hahnemühle, Claire Fontaine und auch von Strathmore. Mein Tipp, auch wenn es sehr mühsam ist, ein getöntes Aquarell- oder Multimediapapier zu finden,  es lohnt sich doch zu suchen.

Wer es nur mal ausprobieren möchte, die preiswerte Variante ist 300gr. Fotokartonblock. Kinder basteln gerne damit XD, die preiswerteste Variante für getöntes Papier,

Liebe Grüße ins Wochenende

Tine

 

Ich danke euch herzlich! Die spenden der letzten Woche wurden zu einem kleinen Mikrofon um den Ton besser zu machen.




Malvorlage für den Live Stream!

Berlin Wörther Straße könnt ihr bei google Maps finden.

Weiterlesen bei Tine gleiches Thema andere Farben:

https://blog.herz-der-kunst.ch/farbiges-papier-tipps-und-tricks/

https://www.pinterest.de/atelierhorn/aquarelle-william-turner-1775-1851-aquarelle-water/

Untermalung der Trick für Skizze und Aquarell

Bild Wuhan Crabe Tower Tine Klein Tutorial zum Thema Untermalung in Skizze und Aquarell

Untermalung – der große Trick ist die Leichtigkeit des Anfangs!

Die Untermalung ist ein Trick, der Malern hilft, Bilder zu vereinfachen.
Benutzt du die Untermalung, brauchst du überhaupt keine Angst vor Fehlern zu haben. Es gibt nur wenig, was schief gehen kann, und deshalb kann der Maler völlig befreit und beherzt loslegen. 
Kenne Angst vor Fehlern, wenn man mit hellen Farben beginnt.
Bei Aquarellfarben beginnt man mit sehr hellen und luftigen Tönen, diese Töne verblassen später, wenn die dunkleren Schichten auf das Bild kommen.
Das große Strahlen!
Der Trick ist einfach, man legt sehr dünne, leuchtende Farben unter ein Bild. In Zusammenhang mit den dunklen Farben der nächsten Lasuren beginnen diese zu strahlen.
 Über Fehler muss man sich keine Gedanken machen, denn nervt einen eine zu leuchtende Farbe, muss man diese in der nächsten Schicht einfach nur ein wenig verschmuddeln oder abdunkeln.

Die Arbeitsweise:

In der Untermalung malt man großflächig Farbflächen unter das Bild. Insofern hängt das Thema dieser Woche eng mit dem Thema der letzten Woche zusammen. Letzte Woche ging es um die Wirkung großer Farbflächen.
Man kann unter ein Bild entweder monochrome große Farbflächen setzen oder sehr abwechslungsreich gestaltete Farbflächen in Hell und Dunkel. Wichtig in diesem Schritt, die Farbe darf nicht zu dunkel werden.
Denn die Leichtigkeit entsteht dadurch, dass man die hellen Farben jederzeit übermalen kann.
• Großflächige monochrome Farbwirkung wirkt streng und zielgerichtet.
• Abwechslungsreich gestaltete, helle und luftige Farbflächen wirken lebhaft und weich.
 

Untermalung – der große Trick ist die Leichtigkeit des Anfangs!

 
Ist man erst mal so an ein Bild herangegangen, dann entsteht die freie Leichtigkeit, die viele Zeichner, Maler oder Skizzenbuch-Künstler sich wünschen.
Diese Herangehensweise hat insbesondere Auswirkungen auf deine Psyche. Während du ins Bild stolperst, hast du zuerst mal Zeit, dich zu orientieren,  kannst befreit arbeiten. 
Oftmals werden Bilder nämlich schon am Anfang verdorben, weil der Maler oder Zeichner ängstlich ist, dann werden Striche und Formen sehr hart, und das wird der Betrachter hinterher immer sehen.
Deswegen ist es sehr schlau, im Bild nicht mit den schwierigsten Stellen anzufangen, sondern sich erst mal Zeit zu geben, in das Bild hereinzukommen.
Freilich kann man schon ein paar Fehler machen, indem man Stellen zumalt, die besser weiß blieben.
Dies kann man aber sehr einfach beheben, indem man sich ein paar Markierungen vor dem Kolorieren macht.

Vorzeichnung oder nicht? Ein Streitpunkt!

Unter den Malern, die diese Technik benutzen, gibt es einen großen Streitpunkt.
Ist eine Vorzeichnung erlaubt oder nicht?
Dies mag auf den ersten Blick lächerlich wirken, hat aber tief sitzende fachliche Gründe.
Wer vorzeichnet, verliert dadurch nicht selten die Leichtigkeit des Zufalls.
Und damit verlieren die Bilder ihre Frische und Leichtigkeit. Das muss natürlich nicht so sein, aber viele stolpern in die Falle und verlieren durch den Strich der Vorzeichnung ihre Freiheit. In diesem Fall kann sich die Vorzeichnung sogar als Nachteil erweisen.
Dennoch hat das Nicht-Vorzeichnen ebenfalls Nachteile, einige Maler fühlen sich unsicher, wenn sie überhaupt nicht wissen, an welcher Stelle des Motives sie gerade kolorieren.
Dazu kann ich aber sagen, was du mit dem Stift Vorzeichnen kannst, kannst du ebenso gut mit den Pinsel vorzeichnen!
Einerlei! Blöd ist in diesem Moment, dass dem Künstler nun vielleicht doch die Leichtigkeit durch das Zuviel an Freiheit verloren geht.
Einen ganz wesentlichen Nachteil hat die Methode jedoch, wenn es um das Licht geht. Ich markiere mir die Stellen im Bild, bei denen ich absolut strahlend weißes Papier brauche.
Diese kleine Einschränkung mache ich, weil man so weißes jungfräuliches Papier nicht wiederherstellen kann.

Leichtigkeit entsteht durch Einfaches

Das Vereinfachen ist das große Thema für alle Künstler.
Betrachtet man die hoch gefeierten Künstler, dann stellt man fest, dass diese in der Regel sehr einfach arbeiten.
Diese Leichtigkeit wirkt bestechend und auch sehr selbstbewusst.
Jeder, der schon mal versucht hat, ein Motiv zu vereinfachen, stellt fest, dass dies gar nicht so einfach ist.
Dafür braucht man einen sehr zielgerichteten Geist!
Die Untermalung hilft dir dabei jedoch, denn du kannst viele Dinge einfach mit einem Strich anlegen.
Später kannst du ja immer noch etwas hinzufügen, wenn die Untermalung deinen Anforderungen nicht genügen sollte. 
Die Untermalung wirkt durch das Freilassen!
Die Untermalung ist so hilfreich beim Vereinfachen, weil man nur die großzügigen Zusammenhänge malt. Dies gibt deinem Aquarell, deiner Skizze oder deiner Kolorierung eine großzügige Leichtigkeit.
Dieser Effekt verfliegt allerdings, wenn man später dann doch wieder alles darüber malt.

Timing ist wichtig und Gewohnheit!

Die Technik und das Timing! Die Technik und das Timing spielen natürlich auch eine Rolle. Du solltest immer mit einfachem und vertrautem Material arbeiten.
Wenn du immer wieder das Papier wechselst und mit mehreren Pinseln arbeitest oder mit einer unendlichen Anzahl von Farben, dann wird dein Kopf damit beschäftigt sein, diese Probleme zu lösen.
Die unendliche Leichtigkeit wird sich dann nicht einstellen.
Deswegen haben viele Maler einen Grundsatz:
Schütze die untere Farbschicht!
Es muss immer etwas blitzen!
Hier möchte ich für heute schließen.

Ich wünsche dir eine wunderschöne Woche:

Ein kleines Lock- Down-Geschenk! für dich!

Denn ich habe etwas Besonderes für euch vorbereitet, bitte behalte den Blog dieser und letzter Woche im Kopf. Dann schaut euch an, wie ich male, und lenkt eure Augenmerk darauf, wo ich mit wenigen gezielten Strichen arbeite.
Lege dein Augenmerk darauf, wie sich das Bild im Laufe der Zeit verändert.
Von scheußlich zu sichtbar und schön.
Schaue gut zu, denn viele Dinge sind tatsächlich mit einem Pinselstrich zu lösen.
Deshalb schicke ich dir diese Woche:
“Die Leichtigkeit des Seins.“
Vertraue darauf, dass sie sich bei dir nach und nach mit entspannter Übung einstellt.
Herzliche  Grüße ins Wochenende Tine
Viele haben sich ein neues Video gewünscht, damit ihr den Blog von dieser und letzter Woche  besser versteht.
Nur wenige Menschen denken an das Spenden. Selbst so kleine Filme wie heute bedeuten einen enormen technischen Aufwand. Denkt immer daran, diese Geräte müssen wir kaufen, damit wir diese kostenlosen Angebote zur Verfügung stellen können.
Ein Franken sind 92 Cent.


 

 

https://youtu.be/4XJFjyr72DQ

https://youtu.be/4XJFjyr72DQ

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