Kunstmaterialaufbewahrung – Ordnung für Kreative!

Kunstmaterialaufbewahrung  – damit die Kreativität nicht im Chaos erstickt

Mein Mann behauptet ja, das Kunstmaterial liege im ganzen Haus. Ich lächle verschmitzt und sage:

„Das ist keine Unordnung – hier liegen nur überall kreative Ideen herum!“

Tatsächlich brauche ich mein Kunstmaterial, um kreativ arbeiten zu können – aber muss es wirklich so viel sein?

 

Wer kennt das nicht: Man steckt fest, sucht nach einer Lösung für ein künstlerisches Problem und denkt, neues Material könnte der Durchbruch sein. Immer auf der Suche nach der nächsten Stufe der eigenen Entwicklung. Dabei häufen sich Stifte, Pinsel und Farbkästen wie kleine Kunstberge an.

Und plötzlich ist er da: der Berg aus Kunstmaterial-Schrott. Überall liegt etwas herum – und die guten Dinge? Verschwunden!

Pinsel verschwinden wie Socken in der Waschmaschine, Stifte kullern in dunkle Schubladenecken, und das Lieblingspapier ist plötzlich unauffindbar. Chaos im Atelier ist wie ein schlechter Mitbewohner – er nervt, raubt Zeit und manchmal sogar die Lust am Malen.

Wenn es zu viel wird, hilft selbst die cleverste Kunstmaterialaufbewahrung nicht mehr.

Dann ist das wichtigste Mittel: aussortieren, weitergeben oder im Notfall auch mal wegwerfen.

So schafft man Platz für das Wesentliche – und die Kreativität kann wieder frei atmen.

1. Die goldene Regel bei der Kunstmaterialaufbewahrung: Sichtbar ist benutzbar

Wenn du dein Material nicht siehst, benutzt du es nicht – so einfach ist das. Aquarellfarben, Skizzenbücher oder der gute Pinsel in der hintersten Schublade? Die könnten auch in der Arktis liegen. Deshalb: Hol dein Material raus aus der Versenkung und rein ins Blickfeld!

DIY-Tipp:
Im Baumarkt, bei den Heimwerkern oder bei Ikea in der Büroabteilung gibt es Lochpaneele zur Aufbewahrung von Werkzeug oder Büromaterial. Ein paar Haken und kleine Klemmen machen daraus eine flexible Werkzeugwand.

Das sieht ordentlich aus, alles ist im Blick  und in Griffweite!

Das ist mein Arbeitsplatz und die Ordnung, die hier herscht, musste ich Chaot mir hart erarbeiten! Dahinter stecken eine Menge Tricks!

Kunstmaterialaufbewahrung ist kein Massenprodukt

Wer sein Kunstmaterial schön und praktisch aufbewahren möchte, muss oft ein bisschen um die Ecke denken. Denn das, was offiziell als Kunstmaterialaufbewahrung verkauft wird, ist nicht selten überteuert – und ehrlich gesagt oft auch oft unpraktisch. Die besten Ideen findet man ganz woanders: in der Küchenabteilung, beim Baumarkt oder sogar auf dem Flohmarkt.

Die perfekte Lösung für die eigene Kunstmaterialaufbewahrung?

Die bastelt man sich am besten selbst – mit einem Augenzwinkern und einer Portion Kreativität. 😄

Farbenchaos adé – Tuben und Näpfchen sortieren

Meine Farben sammle ich in Köderboxen aus dem Angelbedarf. Diese Boxen sind ideal, denn ihre Einteilungen lassen sich flexibel anpassen. So hat jede Farbe ihr eigenes Fach und das große Suchen hat ein Ende.

Meine Farbtuben hänge ich auf – das spart Platz und sorgt für Überblick.

DIY-Tipp:
Im Baumarkt, bei Heimwerkern oder auch in der Büroabteilung von Ikea findest du Lochpaneele zur Aufbewahrung von Werkzeug oder Büromaterial. Mit ein paar Haken, Klemmen oder kleinen Ablagen verwandelst du sie in eine flexible Werkzeugwand für deine Kunstmaterialaufbewahrung.

Das sieht nicht nur ordentlich aus – alles ist sichtbar und in Griffweite.

Haken, Ösen, Klemmen für die Kunstmaterialaufbewahrung:

Meine Farbtuben hängen an Gardinenringen mit Klemme – simpel, aber genial.

Der Rest meiner Werkzeugwand stammt komplett aus dem Bürobedarf. So entstehen individuelle Lösungen, die günstig und funktional sind.

Papierlager ohne Knick und Bodybuilding

Kunstmaterialaufbewahrung ist eine Kunst für sich. Vor allem Papier will flach liegen und darf keinesfalls verknicken. Doch herkömmliche Regalbretter haben oft viel zu große Abstände.

Der Papierstapel wird dadurch unhandlich und schwer –

So wird suchen zur Qual oder man zieht ein Blatt heraus und reißt aus Versehen den halben Stapel mit.

DIY-Tipp:
Landkarten gibt es heute kaum noch – dafür aber auf digitalen Flohmärkten viele alte Kartenschränke. Mit etwas Glück findest du einen echten Schatz zum kleinen Preis. Perfekt zum Lagern von Papier und Kunst.

Der Trick sind die tiefen, aber winzigen Schubladen, solcher Schränke. So wird der Papierstapel nicht schwer und unhandlich.

Aber auch moderne Regalsysteme lassen sich anpassen: Viele Möbelhäuser bieten Zusatzbretter an.

Mit kleinen Regalabständen kannst du Papier besser und praktischer aufbewahren – schön flach, leicht zugänglich und damit ohne Beschädigungen.

Wer alte Schränke hat, kann mit Abstandshaltern arbeiten. Diese kleinen „Schrankbeinchen“ gibt’s im Baumarkt – damit machst du aus jedem Schrank einen praktischen Papierschrank.

Skizzenbücher – der Stapel ist der Todesstoss für die Ordnung

Stapel sind unhandlich! Dabei ist ein altes Skizzenbuch manchmal die beste Inspirationsquelle!

Stapel sehen schnell grauenhaft aus, also lagere deine Skizzenbücher und Hefte am besten stehend – so bleiben sie griffbereit und übersichtlich. In einem Stapel werden sie schwer, unhandlich und geraten schnell in Vergessenheit.

Mobile Ordnung: Der Rollwagen für alle Fälle

Manchmal malst du am Schreibtisch, oder vielleicht am Küchentisch? Wer mobil bleiben will, braucht ein System, das mitkommt und immer griffbereit ist.

DIY-Tipp:

Ein kleine Rollwagen ist die perfekte Lösung.  Sie passen in die winzigste Ecke!

Kleine Gläser oder Dosen mit Magneten lassen sich befestigen, Pinselhalter einhängen, Papierboxen auf die unterste Etage – und schon hast du ein fahrbares Miniatelier. Praktisch, schön und immer da, wo du es brauchst.

Resteverwertung mit Stil

Du brauchst keine Designerregale – du brauchst Ideen!

Alte Tassen, Gläser, Weinkisten oder Besteckkästen lassen sich wunderbar für die Kunstmaterialaufbewahrung zweckentfremden.

Auch hübsche Konservendosen sind perfekt geeignet. (siehe oben)  Sie halten deine Pinsel aufrecht und griffbereit – und sehen dabei auch noch gut aus.

Augen auf beim Einkauf es gibt tolle Konservendosen!

Kunstmaterialaufbewahrung für Stifte und Füllhalter

Der stilvollste Tipp: eine Stiftkommode! Wer ein bisschen sucht, findet auch preiswerte Modelle. Hier sind hochwertige Stifte viel besser aufgehoben als in irgendeiner Schublade.

Herz der Kunst Blog zur Kunstmaterialaufbewahrung

Doch es geht auch einfacher: Wer viele Stifte besitzt, braucht vor allem Übersicht.

Transparente Aufbewahrungslösungen – wie klare Plastikboxen – sind oft sinnvoll, weil man sofort sieht, was drin ist.

Für alle, die’s gern stilvoller mögen, kommt hier mein Lieblings-Tipp:

DIY-Tipp:

Ganz normale Steine aus dem Baumarkt, wie sie beim Hausbau verwendet werden, sind großartige Stifthalter.

Wer eine Bohrmaschine hat, kann auch einfach ein schönes Stück Holz nehmen und Löcher in passender Größe hineinbohren – fertig ist der individuelle Stiftehalter.

Tine Klein Blog zur Kunstmaterialaufbewahrung

Kunstmaterialaufbewahrung: kreativ, individuell und mit Herz

Gute Kunstmaterialaufbewahrung funktioniert nicht nach Schema F. Sie wächst mit dir, deinen Ideen und deiner Art zu arbeiten. Je besser dein Material sortiert ist, desto leichter kannst du loslegen – und das ist das Beste, was Ordnung leisten kann: Sie schenkt dir Freiheit beim Arbeiten.

Liebe Grüße sendet Tine während sie ihr Kunstmaterial ausmistet….

Museen kriegen Fördermittel, das Fernsehen auch – aber dein Hobby? Das bleibt Privatsache. Wenn du hier regelmäßig Inspiration findest, dann denk doch mal über eine kleine Spende nach. Kreativität lebt nicht von Luft und Liebe allein.

 

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Auf der Plattform Pinterest sind tolle Ideen für die Kunstmaterialaufbewahrung zu finden:

https://de.pinterest.com/search/pins/?q=kunstmaterial%20aufbewahren&rs=ac&len=16&source_id=vV1YAH5U&eq=Kunstmaterial%20au&etslf=10538

Aquarellkasten ansprühen – Der Trick für leuchtende Farben!

Aquarell Basel, Tine Klein Aquarellkasten ansprühen – Der Trick für leuchtende Farben!

Warum kommt so wenig Farbe auf den Pinsel? – Die häufigste Ursachen liegen in der Handhabung des Aquarellkastens.

Kennst du das? Du tunkst deinen Pinsel in die Aquarellfarbe, streichst damit über das Papier – und statt eines satten Farbauftrags ….

Schaut dein Bild nach dem Trocknen aus wie ein graues Mäuschen?

Dabei hast du doch extra einen guten Aquarellkasten! Woran liegt’s?

Zugegeben, es gibt viele Gründe, warum Aquarellfarben nicht strahlen. Doch oft liegt das Problem nicht an der Qualität der Farben, sondern an einem simplen, aber entscheidenden Detail: der Handhabung des Farbkastens.

Heute möchte ich ein Problem ansprechen, das den Allermeisten überhaupt nicht bewusst ist.

Grundlagenwissen: Wie man einen Auqarellkasten benutzt.

Jetzt schaust du vielleicht verdutzt!

Was gibt es da zu wissen? Farbkasten auf – Pinsel rein und los geht’s!

Nein, leider geht es selbst bei den einfachsten Dingen nicht ganz ohne Fachwissen!

Farbe ist nicht gleich Farbe – die richtige Konsistenz macht den Unterschied

Aquarellfarben entfalten ihre volle Leuchtkraft nur, wenn sie die richtige Konsistenz haben. Idealerweise erinnern sie an Kaffee mit Milch oder dünne Sahne – fließend, aber nicht wässrig. Der farbige Untergrund dieses Bildes ist so gemalt.

Wie erkennt man die perfekte Mischung? Ganz einfach:

Die Farbe darf nicht wie Wasser über die Palette laufen, sondern sollte sanfte Schlieren ziehen.

Experimentieren statt Rätseln

Teste bewusst, wie Farben auf der Palette aussehen müssen, damit sie auf dem Papier brillieren. Ist die Mischung zu dünn, wird das Ergebnis blass. Ist sie zu dick, wirkt die Farbe stumpf.

Hier musste man mit dicken Farben über die bestehende Lasur malen, die Farbe wirkt stumpfer, weil sie dicker ist.

Mache einmal Tests, wie Farbe auf der Palette aussieht, wenn sie später auf dem Blatt schön leuchtet. Die transparenten Anteile leuchten.

Die Farbe darf nicht zu dick und nicht zu dünn sein.

Ein häufiger Fehler: Der Pinsel geht immer wieder in den Wassertopf, oder die Farbe in Aquarellkasten ist steinhart.

Pigment ist der Schlüssel zur Leuchtkraft

Wer zu wenig Pigment aus dem Farbkasten  aufnimmt, produziert blasse Ergebnisse – unabhängig davon, wie hochwertig die Farben sind.

Die Lösung? Mehr Pigment, gezielteres Anmischen und ein bewusster Umgang mit Wasser.

Klingt simpel, macht aber einen enormen Unterschied. Aquarellmalerei ist ein Spiel aus Kontrolle und Freiheit – und die Handhabung des Farbkastens ist dabei der erste Schlüssel zum Erfolg.

Sind deine Bilder zu blass, hast du schlicht zu wenig Pigment am Pinsel!

Und hier kommt nun die Handhabung des Farbkastens ins Spiel.

 

Kleine Farbkästen – eine Falle für Farbe und Pinsel

Zwei Dinge stehen leuchtenden Farben im Weg: Wassertankpinsel und kleine Farbkästen.

Hast du jemals einen Meister in einem Video mit einem Wassertankpinsel malen sehen?

Nö? Genau – denn das hat einen Grund:

Ein Wassertankpinsel verwässert die Farben ununterbrochen. Das Wasser fließt ständig nach, ob man will oder nicht – die Farben werden dünn und verlieren ihre Strahlkraft.

Der zweite Stolperstein sind steinharte, winzige Farbkästen, in denen man mit dem Pinsel regelrecht bohren muss, um überhaupt Farbe aufzunehmen. Das Ergebnis? Zu wenig Pigment, zu blasse Farben.

Doch das ist nicht alles: Beim Schrubben in den kleinen Näpfchen gehen die Pinselspitzen kaputt. Ein Pinsel, der seine Form verloren hat, kann keine sauberen Linien mehr ziehen.

Und genau so entsteht das Märchen, das feine Linien in der Aquarellmalerei besonders schwierig seien.

Der Farbkasten und seine Erweckung:

Damit du mehr Farbe auf den Pinsel bekommst, muss der Farbkasten seine Pigmente großzügiger abgeben.

Doch oft schläft die Farbe noch tief und fest …

Die Farbe schläft noch – zu trockene Näpfchen im Aquarellkasten:

Aquarellfarben in Näpfchen sind wie Morgenmuffel: Sie brauchen Zeit zum Wach werden. Wenn du nur kurz mit dem Pinsel darüber huschst, nimmt er kaum Pigmente auf. Besonders hartnäckig wird das Problem, wenn die Näpfchen länger nicht genutzt wurden.

Doch wildes Bohren hilft nicht – im Gegenteil! Das ruiniert nur deine Pinsel.

💡 Lösung: Ein feiner Sprühnebel Wasser wirkt Wunder! Einfach die Farben leicht anfeuchten, 30 Sekunden warten – und schon lassen sie sich viel leichter aufnehmen. Falls nötig, den Vorgang zwei- bis dreimal wiederholen.

Die oberste Schicht der Aquarellfarbe bekommt so die Konsistenz von frischer Tubenfarbe – und leuchtenden Farben steht nichts mehr im Weg!

Der Pinsel ist durstig – zu wenig Wasser:

Aquarellfarbe braucht Wasser, um zu leuchten!

Ein trockener Pinsel auf einer trockenen Farbnäpfchen-Oberfläche?

Das ist, als würdest du versuchen, steinharte Butter auf trockenem kaltem Toast zu verteilen.

Ein bisschen Wasser ist nötig, damit der Pinsel die Pigmente richtig aufnehmen kann. Doch Vorsicht – zu viel Wasser verwässert die Farbe, und dann leuchtet sie auch nicht!

💡 Lösung:

Den Pinsel gut mit Wasser tränken, aber nicht tropfnass machen. Am besten kurz am Glasrand abstreifen oder sanft im Glas schütteln, bevor du in die Farbe gehst.

Das falsche Werkzeug – die Pinselwahl macht den Unterschied:

Ein zu harter oder zu kleiner Pinsel nimmt nur wenig Farbe auf. Das Ergebnis: blasse Farben und wenig Leuchtkraft.

💡 Lösung:

Ein guter Aquarellpinsel macht den Unterschied! Groß, mit einer feinen Spitze – so kann er viel Farbe aufnehmen und trotzdem präzise arbeiten. Es gibt auch moderne Synthetikpinsel mit enorm guter Spitze. Aber ein Profiwerkzeug muss es sein!

Trifft dieser Pinsel dann auf die cremige, gut angefeuchtete Farbe im Farbkasten, ist das Problem gelöst. Mehr Pigment, mehr Leuchtkraft, mehr Strahlkraft!

Verschmutzte oder gealterte Näpfchen im Aquarellkasten

Der Napf hat Löcher! Jedes Mal, wenn der Pinsel eine andere Farbe hineinbringt, verschmutzt die Farbe. Der Schmutz verbindet sich mit den Pigmenten und setzt sich sogar unter der Farbschicht ab.

💡 Lösung:

Meine Methode ist rabiat – ich halte den Farbkasten einfach unter den Wasserhahn. Leider hilft hier oft nur eine gründliche Reinigung,…

denn schmutzige Farben können nicht leuchten!

Manchmal fülle ich die entstandenen Löcher mit Tubenfarbe auf. Danach muss der Kasten unbedingt gut trocknen, sonst entstehen beim nächsten Malen sofort neue Lücken in der Farbe.

Doch das Wichtigste: Die Farbe muss beim Malen feucht sein, damit sie Pigmente abgibt!

Das Loch ist nicht wichtig, solange die Farbe sauber ist.

 

Fazit: Farbe will mit Respekt behandelt werden, dann klappt es mit dem Aquarellkasten.

Ist das Ansprühen von Aquarellfarben ein genialer Trick oder unnötige Spielerei?

Das feine Benetzen der Näpfchen mit Wasser klingt nicht nur verlockend – es hat einen echten Effekt!

Die Farben werden aktiviert, lassen sich besser aufnehmen und bringen deine Bilder oft sofort zum Leuchten. Besonders für großflächige Malereien oder spontane Skizzen ist das ein echter Vorteil.

Doch Vorsicht!

Matschige Farben sind nicht das Ziel. Zuviel Wasser macht die Farbe für trockene Techniken unbrauchbar. Im schlimmsten Fall droht sogar Schimmel, wenn der Kasten nicht richtig trocknet. Wer gerne mit trockenen, körnigen Effekten arbeitet, wird mit nassen Näpfchen nicht glücklich.

💡 Mein Tipp: Lass den Farbkasten, wenn du ihn nicht benutzt, gut trocknen. Deckel auf!

Ein Hauch Wasser kann Wunder wirken – aber bitte mit Maß und Ziel!
Die oberste Schicht der Farbe soll cremig werden – nicht schwimmen.

Mit ein paar kleinen Anpassungen werden deine Aquarellfarben nicht länger schüchtern sein – sondern auf dem Papier in ihrer ganzen Pracht erstrahlen.

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Mehr zum Thema Sprühflasche im Aquarell bei Tine lesen:

https://blog.herz-der-kunst.ch/die-spruehflasche-im-aquarell-lust-und-frust/

 

„Kaputt gemalt? So erkennst du, wann dein Bild fertig ist.

Wann ist ein Bild kaputt gemalt?

Tine Klein Blog zum Thema: Wann ist ein Bild kaputt gemalt.

Skizzen sind frisch…

Doch jeder kennt es: Du malst ein Bild, es sieht richtig gut aus – fast perfekt!

Nur noch ein paar kleine Details hier, ein bisschen Nachbessern hier und  da … plötzlich ist die Wirkung des Bildes verschwunden. Das Bild wirkt überladen, schwer oder irgendwie leblos.

Doch warum passiert das so oft?

Wie können nur zwei oder drei kleine Veränderungen aus einem wunderschönen Bild eine überarbeitete Katastrophe machen?

In diesem Artikel erfährst du, wo die Fehlerquellen liegen und woran du erkennst, wann Pinsel aus der Hand legen solltest.

Ein Bild ist dann „kaputt gemalt“, wenn es seine Lebendigkeit, Frische oder Aussagekraft verliert – oft durch zu viele Korrekturen, übermäßige Details oder eine zu gleichmäßige Bearbeitung. Hier sind ein paar Anzeichen, dass du vielleicht zu weit gegangen bist:

Wie malt man Aquarelle kaputt? Wie vermeidet man das?

Dein Bild verliert die Farbbrillinz, wenn….

Das Aquarell lebt davon, das seine Farben leuchten. Es lebt von der Transparenz seiner Farben. Es wirkt wunderbar, wenn sich Farben auf dem Papier locker mischen!

Doch die Aquarellfarbe kann diese Eigenschaften auch schnell verlieren und dann hat man seine Bilder Kaputt gemalt.

Die Farbe verliert ihre Strahlkraft, wenn du zuviele Farbschichten übereinander legst. Insbesondere dann, wenn du dabei mit dem Pinsel rührst! Oder deckende Farben benutzt.

Kaputt gemalte Skizze, das Licht fehlt

💡 Frage dich bei jeder neuen Farbschicht, bringt diese Schicht etwas? Was ist ihr Zweck? Nicht jede Farbschicht ist sinnvoll. Sinnvolle Gründe sind Kontraste, Akzente, Tonwerte oder Schatten.

💡Wenn du eine Farbschicht legst, arbeite schnell und sanft! Die Farben sollen nicht verrürt werden. Arbeite bevorzugt mit transparenten Lasuren.

💡Transparente Lasuren wirken wie Glas. Beachte die Wechselwirkungen zwischen den einzelnen Lasuren. Wenn sich komplementäre Farben treffen, ist das Resultat grau oder braun. Legt man zum Beispiel ein poppiges Orange über Blau, dann ist das Resultat ein tristes Grau. Setze diesen Effekt nur ein, wenn du ihn brauchst.

Wenn Korrekturen die Leichtigkeit zerstören – Wann ist ein Bild kaputtgemalt?

Es passiert schneller, als man denkt: Eine Aquarell sprüht vor Energie, ein Aquarell leuchtet in wunderbarer Transparenz – und nach ein paar „kleinen Verbesserungen“ kippt das Ganze. Linien verlieren ihren Schwung, Farben werden stumpf, das Bild wirkt plötzlich schwer und überarbeitet.

Der schmale Grat zwischen Verfeinern und Zerstören.

Korrekturen sind verlockend, doch sie bergen eine Gefahr: Sie nehmen dem Bild oft genau das, was es ursprünglich ausgemacht hat.

Spontane Linien, die das Motiv mit Leichtigkeit umreißen, werden zu starren Konturen. Feinheiten, die vorher angedeutet waren, werden überbetont – bis jede Natürlichkeit weicht.

Oft wird eine Korrektur zum Fetisch!

Man ärgert sich über sich selbst und „repariert“ eine Stelle im Bild immer wieder.

Das verbessert den Fehler nicht! Der Schandfleck wird zum dominierenden Part eines Bildes.

Mann kann einen Fehler sehen! Die Kunst ist zu entscheiden wann eine eine Reperatur notwendig ist!

Wie behält man die Leichtigkeit?
💡 Gönnen Sie sich den Luxus des Unvollkommenen. Ein Bild muss nicht in jedem Detail „richtig“ sein – oft liegt gerade in der Imperfektion der Ausdruck.
💡 Sehen, nicht verbessern! Mann kann einen Fehler sehen! Die Kunst ist zu entscheiden wann eine eine Reperatur notwendig ist!
💡 Weniger tun –  Nicht jedes Motiv braucht Nachbesserung. Oft reicht ein letzter, bewusster Strich, um alles zusammenzuhalten. Letzte Verbesserungen sollte man wie Pfeffer und Salz benutzen. Wer zu viel poliert, nimmt dem Kunstwerk seinen Atem.

Fehlender Kontrast und Gleichförmigkeit:

Ein Bild braucht Kontraste – zwischen grob und fein, hell und dunkel, scharfen  und weichen Formen. Wenn du alles gleichmäßig glattziehst, verliert das Bild seine Spannung.

Oft glaubt man, das ein Bild perfekt ist, wenn alles ausgearbeitet wird. Doch die grausame Wahrheit ist, wird alles mit gleicher Liebe ausgearbeitet, dann verliert ein Bild seine Spannung es wird langweilig und gleichförmig.

Wenn alles gleich schön gemalt ist, die Farbe perfekt und jedes Detail, ob wichtig oder unwichtig, im Bild ist, dann ist das Bild kaputt gemalt.

Warum?

Eine klare Gewichtung ist wichtig.

Ein Bild ohne klare Gewichtung wirkt auf den Betrachter wie eine überfüllte Bühne, auf der jeder gleichzeitig spricht. Das Auge sucht vergeblich nach Orientierung, irrt ziellos umher und findet keinen Ruhepunkt. Wichtige Elemente, die eigentlich die Hauptrolle spielen sollten, gehen in der Masse unter.

💡 Bilder werden oft kaputt gemalt, wenn zuviele unwichtige Details hinzugefügt werden! Spare dir die detais für das Bildzentrum, die wichtigen Dinge im Bild.

Wer malt muss Kontraste erzeugen.

Feine Details entfalten erst dann ihre volle Wirkung, wenn sie im Wechselspiel mit ruhigeren, offenen Flächen stehen. Ein gezielt gesetzter Akzent kann mehr Spannung erzeugen als eine überladene Fläche voller gleichgewichtiger Informationen.

Mit Licht und Kontrasten

Hier fehlt das Weiß des Papiers.

 

💡 Kleine dunkle Akzente können für Spannung sorgen, anstatt große monotone Flächen zu erzeugen. Diese großen monotonen Lasuren töten Lichter und Kontraste!

Das gleiche gilt für Farbe, wer leuchtende Farben möchte, macht dies dem Auge dadurch klar, das es auch dunkle oder triste Farben gibt.

aber….

Keine Lasur darf verschwendet werden.

Was bedeutet dieser Satz?

Oft ist ein Bild Kaputt gemalt, wenn Farbe monoton wird. Wenn die Farbe ihr Licht und ihre Kontraste verliert.

Wie man ein Aquarell kaputt malt.

💡 Der Trick ist jede neue Lasur so anzulegen, dass die untere Lasur noch durchgucken darf! Man lässt einfach kleine Fetzen der alten Lasur stehen. Das lässt Licht und Farbe durchs Bild tanzen.

Wie dein Bild lebendig bleibt

Der beste Moment, um aufzuhören, ist oft früher als man denkt.

Wenn ein Bild frisch und ausdrucksstark wirkt, kann eine einzige Korrektur den entscheidenden Unterschied machen – im Guten wie im Schlechten.

Doch wie erkennt man, wann es genug ist?

Ein einfacher Trick: Tritt regelmäßig einen Schritt zurück und betrachte dein Bild mit etwas Abstand. Aus der Nähe konzentriert man sich zu sehr auf einzelne Stellen und verliert schnell den Blick für das Ganze.

Oft zerstört man ein Bild, weil man sich unmässig über eine Kleinigkeit ärgert!

Eine Pause kann ebenfalls Wunder wirken. Wer eine Weile nicht hinschaut, erkennt mit frischem Blick, dass das Bild vielleicht schon genau das ausdrückt, was es soll.

Ärger ist kein guter Ratgeber!

Auch die Frage nach den richtigen Schwerpunkten spart viel unnötige Korrekturarbeit. Muss wirklich jedes Detail ausgearbeitet sein? Ein gezielter Fokus lenkt das Auge, bringt Spannung ins Bild und verhindert, dass alles gleich wichtig erscheint. An den unwichtigen Punkten darf man soger verwaschen! Aufs Bildzetrum kommt es an.

Letztlich geht es darum, die Energie des ersten Impulses zu bewahren. Wer ständig korrigiert, glättet nicht nur Fehler, sondern oft auch die Lebendigkeit. Besser ist es bewusst zu entscheiden, wann es genug ist – und dann den Pinsel einfach liegen zu lassen.

Liebe Grüße Tine

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Perspektivische Linien zeichnen!

Heute reden wir über ein Thema, das Zeichner und Maler oft richtig piesackt:

Warum ist das Ziehen von Perspektivlinien so schwer?

Gute Frage! Perspektivische Linien können knifflig sein, weil unser Gehirn sie oft „korrigiert“, anstatt sie so zu zeichnen, wie sie wirklich aussehen.

Tatsache ist, dass der Mensch untrainiert die Winkel von Linien gar nicht so genau wahrnimmt, wie wir das zum Zeichnen oder Malen brauchen.

Hier ein paar Infos und Tricks, um diese Herausforderung zu meistern:

Warum sind perspektivische Linien so schwer?

Du weißt alles – und trotzdem werden deine Fluchtlinien bemitleidenswert falsch!?

Auch wenn es nicht gelingt, du bist nicht dumm. Unser Gehirn und unsere Augen sind gekoppelt.

Erstens sehen wir die Winkel nicht so gut, und zweitens haben wir eine optische Verzerrung im Kopf.

Besonders, wenn man von Hand ohne Lineal zeichnet, neigt man dazu, Linien zu flach oder zu steil anzulegen. Dies liegt am falschen Sehen. Aber noch schlimmer: Unser Gehirn versucht Linien gerade zu machen, auch wenn sie in Wirklichkeit schräg sind – weil es „weiß“, dass die Wand eigentlich gerade ist!

Du bist also Opfer deines sturen Gehirns, das sich benimmt wie ein Teenager: „Ich bin gegen alle vernünftigen Regeln, Alter!“

Der dritte Fehlerpunkt ist die Haltung unserer Hand.

Sie ist zum Schreiben optimiert, aber bei langen Linien neigen wir durch diese Führung des Stiftes oder Pinsels dazu, die Linien leicht zu kippen. Wir haben das Gefühl, dass wir etwas gerade zeichnen – tun es aber nicht. So kommen wir unbewusst in eine Schräglage.

 

Tricks, um perspektivische Linien besser zu ziehen

Fluchtpunkte bewusst setzen: Wenn man einen Fluchtpunkt bestimmen kann, sollte man ihn auch benutzen. Bevor man eine Linie zieht, sollte man den Fluchtpunkt mehrfach mit Pinsel oder Stift anpeilen. Warum? Wir haben ein motorisches Gedächtnis. Unser Körper merkt sich den Winkel.

Plötzlich fällt es leichter, die perspektivische Linie zu ziehen, weil unser Körper den Bewegungsablauf schon kennt.

Winkel abschätzen lernen: Wir können Winkel von Natur aus nicht exakt sehen, dafür braucht es Übung. Doch das kann man dem Gehirn beibringen.

Übung: Benutze eine Klarsichthülle und einen Folienschreiber. Zeichne eine Linie und lege sie dann auf dein Foto. Stimmt die Linie nicht in Länge und Winkel, zeichne sie erneut. Du kannst denn Stift, dort wo du Fehler gemacht hast, wegputzen. In dem du auf der klaren Folie zeichnest, kannst du dich selbst kontrollieren.

So lernt das Gehirn, auf die Winkel zu achten.

Mit langen, schnellen Strichen arbeiten: Statt zögerlich kleine Striche zu machen, lieber mit dem ganzen Arm eine Linie ziehen.

Denn die Ungenauigkeiten und krummen Linien entstehen meist durch das Handgelenk, wenn der Arm auf dem Tisch liegt.

 

Mit dem Bleistift „zielen“: Winkel bleiben bei Perspektiven immer gleich! Wenn du mit einem Foto arbeitest, kannst du die perspektivische Linie einfach daraus oder aus der Natur ableiten.

Voraussetzung: Blatt und Motiv liegen nicht krumm zueinander.

Ein Lineal hilft: Man kann ein Lineal verwenden – warum auch nicht?

Doch für das freie Zeichnen ist es nicht hilfreich. Hier hilft es nur, das Winkel-Sehen zu trainieren.

Es gibt einen Trick um sich Winkel zu merken:

Stelle sie dir als Uhrzeit vor! Siehe links im Bild.

Perspektivische Linien zeichnen! Basel sbb Aquarell von Tine Klein. Die Winkeluhr von Tine Klein

Perspektivische Linien werden einfach, wenn man sich eine Uhr vorstellt. Hier 6 Uhr 48.

Wann sehen perspektivische Linien gut oder schlecht aus?

Gute Frage, oder?

Profis verstoßen gegen die Perspektivregeln – und es sieht trotzdem toll aus. Bei normalen Menschen hingegen wirkt es oft, als hätte sich ein dreijähriger Architekt daran versucht.

Gut:

  • Wenn sie logisch auf den Fluchtpunkt zulaufen, auch wenn sie etwas krumm sind
  • Wenn sie oberhalb der Horizontlinie (Höhe der Augen) sinken und unterhalb der Horizontlinie steigen.
  • Wenn die Linien den gleichen Regeln folgen!

Steigt eine Perspektivlinie und die direkt daneben sinkt, dann weiß jeder: Hier stimmt die Perspektive nicht.

Schlecht:

Wenn nebeneinanderliegende Linien „hopsen“ und verspringen.

Wenn starr nach Regeln gearbeitet oder mit dem Lineal gezeichnet wird – dann wird jeder Fehler extrem auffällig

Perspektivisches Zeichnen ist wie Fahrradfahren.

Perspektivisches Zeichnen ist kein Hexenwerk – aber auch kein Selbstläufer! Unser Auge spielt uns oft Streiche, Linien neigen dazu, in die falsche Richtung zu kippen oder zu flach zu verlaufen. Doch mit etwas Übung und den richtigen Tricks wird aus Chaos Klarheit. Am Anfang wackelig, aber mit Übung wird es intuitiv. Viele Zeichner unterschätzen, wie viel man sein Auge trainieren muss, um Perspektive richtig zu „sehen“. Wer Fluchtpunkte bewusst setzt, mit lockeren Strichen arbeitet und sein Auge durch einfache Übungen schult, wird schnell merken:

Perspektive ist kein starrer Käfig, sondern ein mächtiges Werkzeug, um Tiefe und Dynamik ins Bild zu bringen.

Und mit jedem gezeichneten Strich wächst das Gefühl für Raum und Proportionen!

Also, ran an die Stifte! Experimentieren, ausprobieren, manchmal fluchen – und vor allem: Dranzubleiben lohnt sich! Denn wenn die Perspektive einmal sitzt, öffnet sie eine ganz neue Welt voller Möglichkeiten.

Viel Freude beim Zeichnen und Entdecken! 😊

Kultur braucht Budget – Hilf mit!

Kunst inspiriert, verbindet und macht das Leben bunter. Auf Herz-der-Kunst.ch findest du jede Woche kostenlose Mal- und Sketching-Tipps – mit viel Herzblut erstellt.

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Mischen lernen – Split Primary Palette.

Jeder von uns möchte wundervolle Farben mischen. Doch oft scheitert es an mangelndem Überblick.

Der Farbkasten ist randvoll mit tollen Farben – aber auf dem Papier sind die Ergebnisse enttäuschend.

Warum? Ganz einfach: Wir haben zu viele Farben! Ich frage meine Schüler oft: „Wo ist dein Ultramarin?“ Die Antwort:

„Weiß ich nicht.“

Gerade dunkle Farben sind im eingetrockneten Zustand kaum zu unterscheiden. So wird das Mischen zur Lotterie – und schöne Farben zum Glücksfall.

Plötzlich ist Mischen nur noch ein Ratespiel, und die Ergebnisse sind dementsprechend ernüchternd.

Letzte Woche habe ich die Frage gestellt: Wie weit kommt man mit nur drei Grundfarben?

Wer mit nur drei Farben mischt, lernt das Mischen richtig!

Die Verwirrung verschwindet – wer mit drei Farben arbeitet, entwickelt schnell ein klares Gefühl für das Mischen.

Das Ergebnis? Fingerspitzengefühl!

Ganz automatisch lernt man, Beige-, Grau- und Brauntöne zu mischen. Und wenn das gelingt, weiß man endgültig: Ich habe das Mischen in all seinen Feinheiten verstanden.

Was du hier siehst ist ein  Dreier-Set von Golden. Es besteht aus drei transparenten Grundfarben:

•Ultramarin Blau (Warmes Blau)
•Quinacridone Magenta (Kaltes Rot , fast Pink)
•Nickel Azo Yellow ( Einmittleres Gelb, das eher warm wirkt)

Leider zeigt der Scanner die charmanten Grautöne nicht richtig.

Schau dir diese Farbvielfalt an! Ich bin begeistert! Denn damit lassen sich nicht nur wunderschöne Farben mischen, sondern auch starke Dunkelheiten und satte Kontraste erzeugen.

Und woher habe ich es? Das Set war auf einem Urban Sketcher Festival im Begrüßungsbeutel – jeder Teilnehmer hat eines bekommen. Also wie immer bei Tine: kleine Schleichwerbung, aber nur für Dinge, die den echten und wahren Test bestehen!

Aber genug der Worte – die Farben sprechen für sich! 3 Farbtuben so viel zu mischen!

Arlesheim Aquarell Tine Klein, Mischen lernen

Arlesheim im Februar

 

Wieso funktioniert dieses 3er-Set so gut?

Auf den ersten Blick scheint das Set keine Schwachstelle zu haben – und das hat einen guten Grund: Die Firma hat einen cleveren Trick angewendet.

Ihr Ultramarinblau ist das perfekte Himmelsblau.

Das Gelb hingegen ist weder kalt noch warm, wodurch es harmonische Grüntöne und wunderschöne Orangetöne ermöglicht.

Dank ihrer Transparenz strahlen die Farben, und gleichzeitig lassen sich damit auch kräftige Dunkelheiten mischen. Genau diese Eigenschaften sind die beste Grundlage für ein vielfältiges und ausdrucksstarkes Bild.

Diese Farbkombination würde ich als Reiseset empfehlen!

Doch Farbkombinationen aus nur drei Grundfarben sind auf Dauer nicht besonders vielfältig oder abwechslungsreich. Exakte Farbstimmungen lassen sich damit nur schwer treffen, denn jede Farbmischung hat ihre Grenzen.

Bestimmte Töne – etwa ein leuchtendes Türkis oder ein erdiges Siena – sind mit nur drei Grundfarben kaum präzise mischbar. Jede Farbe hat ihre eigene Charakteristik, und manche Pigmente lassen sich einfach nicht perfekt nachmischen.

Mischen – Split Primary Palette:

Ich selbst arbeite in meinem Farbkasten mit einer Split Primary Palette.

Was bedeutet das?

Ganz einfach: Ich trenne meine Grundfarben – Gelb, Rot und Blau – in Paare. Das heißt, ich habe jeweils eine warme und eine kalte Variante jeder Grundfarbe in meinem Kasten. Ich arbeite also mit zwei Mal drei Grundfarben.

Dieses Mischsystem basiert auf einem doppelten Dreiklang der Grundfarben

– und ermöglicht dadurch eine größere Farbvielfalt. Je nachdem, welche Temperatur ich bevorzuge, kann ich gezielt leuchtende, klare oder gedeckte Töne mischen.

Der doppelte Dreiklang – Ein Mischsystem

Jede Dreier-Kombination von Farben hat einen Haken – es sind eben nur drei Farben.

Deshalb stößt man mit einem reinen Drei-Farben-Set schnell an Grenzen.

Farbstimmungen, Tageszeiten und Jahreszeiten lassen sich damit nur schwer abbilden.

Ich habe immer nur eine einzige Grundfarbe zur Verfügung, und diese bestimmt alle Mischungen. Mal passt das Himmelsblau nicht zum Wetter, ein anderes Mal lässt sich kein passender Grünton für die Jahreszeit mischen.

Aus diesem Grund greifen viele Maler zu zwei Dreier-Sets mit Grundfarben.

Schaue mal, welche Vorteile 2 Grundfarben im Set haben.

Ich arbeite gerne mit Ultramarin, ein warmer, freundlicher Himmel, und mit nur drei Farben sieht das Bild sehr gut aus. Aber Winter kann das Set nicht so gut.

Fügt man ein kühles Cerulean hinzu, wirkt die Stimmung sofort kälter. In diesem Bild benutze ich aber auch Ultramarin. Durch die Kombination der beiden Blautöne lassen sich vielfältige kühle Farben erzeugen.

Arlesheim Aquarell Tine Klein, Mischen lernen

Es lassen sich viele Grau- und Brauntöne mischen.

Das zeigt, wie die Split Palette mit warmen und kalten Blautönen Farbstimmungen ganz leicht erzeugt.

2 Grundfarben geben dir mehr Möglichkeiten

 

Klassische Zusammenstellungen der Split Primary Palette:

Typische Kombinationen für das Mischen im Split-Primary-System sind:

Gelb: Zitronengelb (kalt) & Indischgelb oder Kadmiumgelb (warm)
Rot: Magentarot oder Karminrot (kalt) & Zinnoberrot oder Kadmiumrot (warm)
Blau: Cyan oder Phthaloblau (kalt) & Ultramarinblau (warm)
So sind übrigens die meisten Standardfarbkästen zusammengestellt.

Das bedeutet aber nicht, dass man sich strikt an diese Zusammenstellung halten muss.

Je nachdem, welche Motive man bevorzugt malt, können bestimmte Farben überflüssig werden. Wer selten mit einem grellen Grün arbeitet, kann zum Beispiel Phthaloblau durch ein anderes Blau ersetzen. Ich persönlich tausche es gegen ein kühles Ceruleanblau aus.

 

Welche Vorteile die Split Primary Methode fürs Mischen lernen:

Breiteres Farbspektrum:
Mit nur sechs Farben kann man sowohl kräftige Primärfarben als auch gedeckte, gebrochene Farbtöne erzeugen.

Klarere Farbtöne:
Wer mit sechs transparenten Grundfarben mischt, weiß genau, was in seinen Farben steckt. Hier treffen zwei reine Pigmente aufeinander, ohne unerwünschten Komplementärkontrast, der die Farben vergrauen würde. Die Farbtöne bleiben klar und leuchtend.

Mehr Kontrolle über die Farbtemperatur:
Die Unterscheidung zwischen warmen und kalten Tönen macht es leichter, gezielt Farbharmonien zu steuern.

Praktischer für unterwegs:
Man kann mit einer kleinen Palette arbeiten und dennoch eine große Farbvielfalt erzielen.

Fazit: Das Mischsystem mit der Split Primary Palette ist einfach zu beherrschen und ideal für unterwegs.

Durchblick beim Mischen dank Split Primary Methode:

 

  • Grundprinzipien:

    Kaltes Gelb + Kaltes Blau = Reines, leuchtendes Grün
    Warmes Gelb + Kaltes Blau = Natürliches, mittleres Grün
    Warmes Gelb + Warmes Blau = Gedecktes, olivfarbenes Grün

Das leuchtendste Grün, fast chemisch entsteht mit zwei kalten Farben! 😊

  • Grundprinzipien für Orange:

    Kaltes Rot + Kaltes Gelb = Gebrochenes, rötliches Orange (z. B. Karminrot + Zitronengelb → leicht stumpfes Orange)
    Warmes Rot + Kaltes Gelb = Leuchtendes, mittleres Orange (z. B.
    Das leuchtendste Orange entsteht mit zwei warmen Farben! 😊

  • Grundprinzipien für Lila:

  • Kaltes Rot + Kaltes Blau = Leuchtendes, klares Violett (z. B. Magentarot + Phthaloblau → intensives, brillantes Lila)
    Warmes Rot + Kaltes Blau = Gebrochenes, rötliches Lila (z. B. Kadmiumrot + Phthaloblau → gedämpftes, beeriges Violett)
    Warmes Rot + Warmes Blau = Stumpfes, erdiges Violett (z. B. Kadmiumrot + Ultramarinblau → tiefes, bräunliches Lila)
    Für das leuchtendste Lila solltest du kaltes Rot und kaltes Blau kombinieren! 😊

Fazit:

Mischen lernen klappt eher, wenn man den Farbkasten entmistet. Die Split Primary Palette lässt dich das Mischen in kürzester Zeit begreifen!

Denn die 6 Grundfarben sind es, die dir das Mischen leicht machen!

Immer vorrausgesetzt, du hast den Mut, das Farbchaos wegzulassen! Denn du lernst das Mischen nicht, wenn du mit 24 Farben arbeitest!

Fazit:

Mischen lernen klappt besser, wenn man den Farbkasten entmistet. Die Split Primary Palette hilft dir, das Mischen in kürzester Zeit zu verstehen!

Denn diese sechs Grundfarben machen es dir leicht – immer vorausgesetzt, du hast den Mut, das Farbchaos hinter dir zu lassen. Mit 24 Farben lernst du das Mischen nicht!

Also, trau dich, reduziere deine Palette und entdecke, wie viel du mit wenigen Farben erreichen kannst. Ein bewusster Umgang mit Farben führt zu klareren Ergebnissen und einer besseren Kontrolle über Farbnuancen und Stimmungen.

Viel Freude beim Ausprobieren und Verfeinern! Tine

Wissen ist wertvoll. Wenn dir dieser Blog hilft und du die Redaktion unterstützen möchtest, freue ich mich über deine Spende. So kann ich weiterhin fundierte Inhalte für dich bereitstellen.

Vielen Dank für deine Unterstützung!

Grundfarben!

Wie weit kommt man mit 3 Grundfarben?

Die Antwort: Verdammt weit!

Ich bin keine Extreme, die predigt, dass man mit drei Farben auskommen muss.

Ich kann deine Leidenschaft und Liebe zu Farben absolut nachvollziehen.

Doch ich bilde viele Menschen am Pinsel aus, und eines ist sicher richtig:

Es gehen mehr Bilder an zu vielen Farben und der Unfähigkeit zu mischen zugrunde als an zu wenigen Farben.

Was machen wir Farbliebhaber nun?

Ich schlage vor, wir beschäftigen uns mit Farbe. Heute steht die Frage im Raum:

Wie weit komme ich mit drei Farben?
Was ist zu beachten?

Wenn du im Aquarell mit nur drei Grundfarben malen möchtest, brauchst du Farben, die vielseitig mischbar sind und ein breites Farbspektrum ermöglichen.

Der Traum dabei wäre, drei so ausgewogene Grundfarben zu finden, dass man alle Farben mischen kann.

Mit Grundfarben mischen wie ein Drucker?

Die Aussage, dass man im Aquarell mit nur drei Primärfarben alle Farben mischen kann, klingt auf den ersten Blick logisch – schließlich basiert der Farbkreis auf den drei Primärfarben Gelb, Rot und Blau.

Doch in der Praxis sieht das ganz anders aus.

Alle Farbdrucker arbeiten mit drei Farben, und wenn es so einfach wäre, mit drei Farben brillante Bilder zu machen, dann ließe sich wohl kaum erklären, warum so ziemlich alle Farbausdrucke so be… bescheiden aussehen.

Schon kleine Abweichungen bei den Grundfarben haben enorme Auswirkungen auf die Mischungen und Wirkungen der Bilder.

Aber genug der Theorie.
Schauen wir mal, wie weit wir in der Praxis mit drei Primärfarben kommen.

Drei Grundfarben und ein Farbset

Mit drei Grundfarben kommt man ganz schön weit!

Man kann tolle Farbstimmungen erzeugen. Doch es gibt auch Stolpersteine!
Freud und Leid liegen hier ganz schön nah beieinander. Bei den Tests bin ich positiv überrascht, und manchmal möchte ich mir die Haare ausreißen.

Jeder Künstler hat seine eigenen Ansprüche. Wenn ich losziehe, dann zieht es mich an die schönsten Orte. Dort setze ich mich hin, um zu malen und zu genießen.


Im Optimalfall kann ich die drei Grundfarben so kombinieren, dass es mir gelingt, die Seele des Ortes wiederzugeben.


Ich bin wie ein kleines Trüffelschweinchen auf der Suche nach den schönsten Farbstimmungen.

Man kann mit 3 Farben tolle Bilder malen, doch die Farbstimmungen zu beeinflussen ist extrem schwer.

Das Grundfarben Basisset des Testes:

  • Sennelier Gelb – etwas wärmer und leuchtend
  • Quinacridone Rot – ein leuchtendes, leicht kühles Rot
  • Ascheblau – anders als der Name vermuten lässt, extrem kalt leuchtend

Ich schaue auf drei Pröbchen mit sehr schönen Farben: Wie weit komme ich damit?

Optisch wirkt das Set wie die drei Farben, die man zum Drucken verwendet. Das Rot ähnelt Magenta, das Blau schaut aus wie Cyan, und das Gelb ist auf den ersten Blick auch nahe am kalten Primärgelb.

Die Mischfarben sind vielfältig:

Kann ich nun alle Farben mischen wie ein Drucker?

Ich beginne mit Rot und Gelb und bin begeistert. Die entstehenden Rot- und Orangetöne sind wunderbar strahlend und leuchtend. Fügt man den Orangetönen ein wenig Blau hinzu, entstehen gute, aber kalte Grautöne. Schon mal vorne weg, mit den drei Farben lässt sich ein gutes Bild malen.

Das Bild wirkt farbstark, niemand käme auf den Gedanken, das ich nur mit 3 Farben gemalt habe.

Doch bald stellt sich heraus, dass mir eine der drei Farben Probleme bereitet.

Das Blau ist nicht dunkel genug, sodass sich satte, dunkle Töne nur mit Mühe mischen lassen.

Die Dunkelheiten im Set erzeuge ich eher mir dem Rot!

Ich merke schnell, das Blau ist nicht meins.

Das Blau lässt sich mit dem Rot zusammen kaum modellieren. Gebe ich einen Hauch rot dazu, wird es nicht wärmer sonder kippt sofort ins Lila. Einen warmen Himmel bekomme ich nicht hin.

Merke:

In der Praxis lassen sich die Grundfarbene nicht so einfach variieren wie in der Theorie.

Immer dann, wenn eine der Farben großflächig sichtbar wird, drückt sie der Mischung ihre Wirkung auf, deshalb arbeite ich lieber mit 6 Grundfarben.

Wer schnell und unkompliziert mischen möchte, kommt mit 3 Farben nicht gut klar, 6  sind besser, dazu aber nächste Woche.

Tipp 1: Die Primärfarben müssen sehr weise ausgesucht werden, denn sie übertragen ihre Eigenschaften auf alle Mischungen.

Die Folge für diese 3er Paarung:

Das Blau ist deckend und kalt. Alle Grüntöne sind deshalb kalt und matt. Wärme ich die Farben mit dem Rot auf, brechen sie ins Bräunliche. Mir gelingt die Steuerung der grünen Mischungen nicht. Alles Grün- und Violetttöne bleiben matt. Es geliegen nur kühle Himmel.

Tipp 2: Die 3er Paarung der Grundfarben sollte so ausgesucht werden, dass sie zu den Farbstimmungen des Motives passt.

Gesamtbewertung der Kombination

  • Großartige und farbige Kombination für winterliche Landschaften
  • Das Blau ist kalt  und deckend→ Deshalb überträgt es seine Farbstimmung über den Himmel, weil es dort großflächig zu sehen ist!
  • Grüntöne in der Landschaft → Sie sind schön, aber haben immer einen hohen deckenden Blauanteil und sind deshalb matt und kalt.
  • Alle Rot- und Orangetöne sind brillant und wunderbar.

Tipp 3: Die meisten  3er Kombinationen aus Grundfarben haben beim Mischen Schwächen!

Eine der Mischfarben ist nach meinen Erfahrungen immer schlecht. Mit 3 Farben kann man eben nicht alles haben. Entweder das Orange, das Grün oder das Lila sind schwach.

Künstler haben ihre persönlichen Vorlieben! Wer mit wenigen Farben arbeitet muss lernen, seine eigene Farbwelt abzubilden!

3 Grundfarben eine Farbe austauschen verändert alles:

Tipp 4: Aber Lieblingsfarben wirken keine Wunder!

Ich schnappe mir das Indigo von Sennelier meine Lieblingsfarbe.  Es ist extrem dunkel. Dieses ist zwar ein wenig deckend, hat aber enorme Vorteile. Ich liebe es weil es starke Dunkelheiten macht und tolle Grüntöne erzeugt.

Die Farbe liebe ich zwar sehr, ist aber nicht Teil meiner 6 Grundfarben mit denen ich meine Mischungen aufbaue. Indigo hat in meinem Kasten Platz, weil ich es liebe.

Doch in der Rot-Gelb Kombi mit dem Grundset arbeitet es nicht gut.

Tip 5: 3er Sets aus Grundfarben müssen so gewählt werden, dass die Farben zusammenarbeiten und zum Motiv passen.

Wieder drückt das Blau seine Farbstimmung auf und das Blau ist wieder nicht perfekt. Der Tag wirkt düster und aus Indigo macht man beim Mischen niemals ein Babyblau XD.

So verändert sich das Bild durch Indigo.

Die satten Grüntöne helfen mir in diesem Motiv nicht. Durch das Indigo entsteht eine gedämpfte Stimmung.

Bild mit Indigo:
Zum Vergleich die Kombi mit Ascheblau:

Zum Vergleich die Kombi mit Ascheblau:

 

Dunkelheiten bringen die hellen Farben zum Glühen.

Das Indigo ist der Knaller! → Mit ihm lassen sich tiefe Dunkelheiten erzeugen und interessante Bilder mit großer Tonwertspreizung malen. Doch in der Dreierkombination ist es nicht zu gebrauchen, weil es beim Mischen vergraut.

Tipp 6: Die perfekte 3er Kombination ist die, in der die Grundfarben zusammen arbeiten.

Grundfarben Set, diesmal mit Ultramarin gemalt:

Jetzt entwickelt sich eine andere Dynamik, weil das Rot und das Gelb zum Blau komplementär ist. Das Blau lässt sich nun anders als in den beiden anderen Grundfarben Sets varieren.

 

Bei Mischen merkt man, dass das Set gut harmoniert. Farben lassen sich leicht mischen.

Die Dunkelheiten enstehen mühelos durch die Wirkung von Komplimentärfarben.

Ein Set das gut zusammenarbeitet, macht das Mischen vielfältig und einfach.

Tipp 7: Dunkelheiten, die aus Komplimentären entstehen, machen Grundfarbensets vielfältig und wandelbar.

 

Erkenntnisse über das Malen mit 3 Grundfarben:

  • Wer mit nur drei Farben arbeitet, muss genau aufpassen, welche Farben er wählt.
  • Nicht jede Dreierkombination aus Grundfarben ist in der Lage, deine Bedürfnisse zu befriedigen.
  • Schon der Austausch einer Farbe kann darüber entscheiden, ob die Kombination optimal ist oder nicht.
  • Es kommt nicht nur auf die Schönheit der einzelnen Grundfarben an, sondern auch darauf, wie sie zusammenarbeiten.
  • Einzelne Eigenschaften von Farben übertragen sich beim Mischen – das kann Fluch oder Segen sein.

Drum wähle weise!

 

Sennelier: Gelb,  Quinacridone Rot,   Ascheblau

Sennelier: Gelb,  Quinacridone Rot,  Indigo

Sennelier: Gelb,  Quinacridone Rot,  Ultramarin

Liebe Grüße Tine

„Kunst lehren ist eine große Leidenschaft – aber auch viel Arbeit. Wenn dir der Blog hilft und inspiriert, freue ich mich über deine Unterstützung!“

 

CHF

Nächste Woche verrate ich weitere Kombinationen und mein System!

Weiterlesen zum Thema; Dieser Blog ist hilfreich!

Grundfarben! Simplify!

https://blog.herz-der-kunst.ch/grundfarben-simplify/

 

 

https://blog.herz-der-kunst.ch/grundfarben-simplify/sen Farbmischung

Wikipediea:

https://de.wikipedia.org/wiki/Farbmischung

 

 

Bäume malen – im Winter sieht man den Bauplan

Bäume malen im Winter

Vor meinem Fenster steht ein Baum, er reckt seine kahlen Arme in den Winterhimmel. In seinen vielen kleinen Zweigen schaukeln zwei Elstern. Sie tragen vorsichtshalber schon mal viele kleine Äste zusammen – der Frühling wird kommen!

Doch jetzt ist die perfekte Zeit, um Bäume malen zu lernen, denn man sieht den Bauplan.

 

Fast jeder von uns kann jetzt einfach aus dem Fenster schauen und das Geäst studieren.

Bäume malen ist nicht schwer

Trotzdem stellen Bäume gerade für Anfänger und auch für Fortgeschrittene eine echte Herausforderung dar. Warum? Weil Bäume unendlich viele kleine Verästelungen haben – unzählige Äste, Schatten und individuelle Details.

Bäume malen und zeichnen – Hingucken hilft nicht!

Da denkt man sich:

„Das kann doch nicht so schwer sein, ich muss einfach genau hinschauen.“

Und doch verheddert man sich – das Resultat? Eine grobe Kritzelei! Zu genaues Hinschauen wird zum Problem, denn je länger man schaut, desto mehr Verästelungen und Details tauchen auf. Genau das macht das Zeichnen und Malen von Bäumen so schwierig. Am Ende entsteht ein unästhetisches Durcheinander.

Denn kein mehrere Quadratmeter großer Baum kann auf ein wenige Zentimeter großes Blatt Papier gequetscht werden, ohne dass er unübersichtlich wirkt.

Abstrahieren ist der Schlüssel!

Jeden Baum – und auch jeden Strauch – muss man vereinfachen. Die vielen kleinen Details müssen reduziert werden, damit der Baum klar erkennbar bleibt. Das klingt einfach, doch genau hier liegt die Schwierigkeit:

Uns fällt das Weglassen enorm schwer!

Wir vertrauen auf unsere Augen, und plötzlich entspricht das, was wir zeichnen oder malen, nicht mehr exakt dem Baum, den wir sehen.

Genau das verunsichert uns.

Erst das Ganze, dann die Details!

Wer Bäume malen oder zeichnen will, sollte nicht mit den kleinsten Zweigen anfangen.

Stattdessen hilft es erst die Grundstruktur festzulegen und sich dann Schritt für Schritt zu verfeinern.

So bleibt das Bild lesbar – und sieht trotzdem lebendig aus!

Man sieht zwar, was man sieht, aber man konzentriert sich nur auf die Gesamtform des Baums, seinen ganz typischen Umriss.

Das ist die Schweiz: Kleine schnelle Skizze nach dem Kurs am Bodensee. Lustig, die Eiswolken sahen aus wie ein Berg.

Glaube mir, damit hast du die halbe Miete eines gelungenen Baumes bereits geschafft. Diese Grundform ist es, die einen Baum nach seiner Art wiedererkennbar macht.

Die Silhouette gibt dir die Sicherheit, alles Unnötige wegzulassen.

Die Grundform ist der große Leitfaden beim Malen und Zeichnen von Bäumen.

Wenn es nötig ist, kann man die große Grundform noch etwas unterteilen. Ein Baum gliedert sich: Er hat Äste, und um diese herum bilden sich die Ansammlungen kleiner Zweige. Die kleineren Formen, diese Verzweigungen, sind das Ordnungsmuster innerhalb der großen Grundform.

Arbeitest du nach diesem Muster, wirst du Bäume erhalten, die nicht chaotisch und trotzdem wiedererkennbar sind.

Jetzt noch mal die Vorgehensweise in aller Kürze:

Ich persönlich arbeite beim Malen und Zeichnen von Bäumen in mehreren Schritten:

  1. Grundform des Baumes skizzieren.
  2. Dann die Form des Stammes hinzufügen.
  3. Nun die kleineren Details und Verzweigungen ergänzen, indem ich mich an Stamm und Grundform orientiere.

Hier siehst du viele Vereinfachungen von Bäumen, doch alles hat seine Grundform ->

Wie sind eigentlich Äste aufgebaut?

Viele Menschen glauben, dass Äste ganz natürlich gebogen oder krumm sind. Doch schau einmal genauer hin! Das, was wir als gebogenen oder chaotischen Ast wahrnehmen, folgt einem klaren Organisationsmuster.

Dieses Organisationsmuster besteht aus Wachstumsknoten. Ein Ast wächst ein Stück und bildet dann einen neuen Wachstumsknoten. An diesem Knoten entstehen neue Äste, oder der Ast wechselt seine Richtung.

Deshalb kann es sinnvoll sein, Äste und Stämme nicht in einem einzigen Zug zu malen oder zu zeichnen, sondern dem natürlichen Verzweigungsmuster zu folgen. Dieses Muster ist oft ruckartig und eckig, denn genau an diesen Punkten nimmt der Baum Richtungsänderungen oder neue Verzweigungen vor.

Bäume malen und zeichnen – aber wie?

Oft sind Bäume nur ein Teil des Motivs. Deshalb ist der wichtigste Schritt, den Baum einfach in seiner Grundform darzustellen. Die einfachste Methode ist, zunächst die Grundform festzulegen und den Baum dann zu schraffieren. Wer etwas mehr Detail möchte, kann die Grundform mit der typischen Aststruktur füllen.

Nur wenn der Baum das Hauptmotiv ist, wird er ausführlich gemalt.

Das ist aber nicht das Thema dieses Blogs, denn heute geht es um Bäume, die man in seine Bilder oder Skizzen einfügt.

Die Herausforderung dabei ist, nicht zu viel zu machen.

Zu viele Details zerstören die Bildkomposition. Ein überkritzelter Baum übernimmt die Kontrolle über den Entwurf und kann das gesamte Bild ruinieren.

Deshalb lautet die Grundregel: Grundform zeigen – und nicht mehr! Dabei arbeitet man ruhig und kontrolliert.

Die einfachste Methode:

  • Ruhig schraffieren
  • Die Grundform an der oberen Linie mit Ästen füllen und den Stamm ergänzen
  • Die Grundform in Farbe malen und nur wenige grafische Details hinzufügen

Das kannst du so machen – sieht aber Kacke aus!

Natürliche Dinge haben ihre Ordnungsstruktur. Doch Kontrolle ist zerstörerisch!

quarell von Tine klein zum Bäume malen

Du kannst das größte Chaos zeichnen, wenn es der Grundstrucktur folgt.

Doch wenn du diese nun feinsäuberlich und sehr langsam in die Grundform überträgst, wird es wieder zu viel. Warum? Wenn man Geäst langsam und unsicher zeichnet oder malt, fließt zu viel Farbe aus Pinsel oder Stift. Das führt zu dicken Strichen, die unästhetisch wirken. Das, was man zeichnet oder malt, wird einfach zu überladen.

Um das Problem zu lösen, braucht man zwei kleine Umstellungen in der Technik:

  1. Den Stift oder Pinsel nicht zu weit vorne anfassen.
    • Last runter von der Spitze! So bleibt der Strich locker, klein und zart.
  2. Die feinen Verästelungen nicht langsam und zögerlich zeichnen oder malen.
    • Ganz im Gegenteil: Mutig und rasant schnell sollen Pinsel oder Stift über das Papier gleiten.

Bäume malen heißt Kontrolle loslassen!

Meiner Erfahrung nach sehen solche Strukturen am besten aus, wenn man dem Pinsel oder Stift eine gewisse Freiheit gibt.

Wenn man natürliche Strukturen gut malen oder zeichnen möchte, dann muss man die Kontrolle ein Stück weit loslassen.

Viel Spaß beim Ausprobieren und Experimentieren! Denk daran: Ein Baum muss nicht perfekt sein – er muss lebendig wirken. Also, schnapp dir Stift oder Pinsel und leg einfach los!

Bis zum nächsten Mal und happy sketching! 😊🎨

Tine

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CHF

Weiterlesen zum Thema bei Tine:

Bäume malen! Hingucker im Herbst.

https://blog.herz-der-kunst.ch/baeume-malen-hingucker-im-herbst/

 

 

 

 

 

 

Perspektivisch Zeichnen – Einfach nur ein Traum?

Heute geht es um das perspektivisch Zeichnen, gerade bei Straßenszenen ist es kniffelig. Mit ein paar kleinen Tricks wird perspektivisch Zeichnen deutlich einfacher und stressfreier.

Perspektivisch zeichnen die Grundlagen, sind die klar und trotzdem klappts nicht?

Gerade in Straßen, wo die Gebäude parallel verlaufen, liegt der Fluchtpunkt der Zentralperspektive auf der Augenhöhe, meist mitten auf der Straße.

Perspektivisch Zeichnen, Schaubild zur Zentralperspektive von Tine Klein.

Doch auch wenn man den Fluchtpunkt kennt, ist das Zeichnen oft mühsam. Der Teufel steckt im Detail – und seien wir ehrlich: Gefühlt anderthalb Tausend Fenster können einen wirklich jeder Zeichnung in den Wahnsinn treiben!

Ist das Freihandzeichnen von komplizierten urbanen Motiven also wirklich nur ein Traum?

Nein! Mit ein paar einfachen Tricks wird es machbar und sogar entspannend. Diese kleinen Helferlein möchte ich dir heute verraten.

Gib dir zuerst ein Grundgerüst.

Zuerst überlege ich, wo die Fluchtpunkte liegen. Diese liegen immer auf der Höhe der Augen.

Mein erster Trick: Ich lasse strahlenförmig Linien auf den Fluchtpunkt zulaufen und schaffe so ein Orientierungsmuster. Dieses Raster dient mir als Hilfe, wenn ich perspektivisch zeichne. So stelle ich sicher, dass die Details im Motiv in die richtige Perspektive laufen. Schau genau hin, die Hilfslinien sieht man kaum.

Jetzt kann ich auch komplizierte Motive zeichnen, ohne ins Schleudern zu kommen.

Das Strahlenmuster kann man später radieren.

Vereinfachen ist der Schlüssel.

Die meisten von uns scheitern, wenn sie perspektivisch zeichnen, weil sie sich an unzähligen kleinen Details wie Fenstern oder Pflastersteinen festbeißen. Wenn dann ein Fehler passiert, möchte man alles hinwerfen. Hier helfen einige Tricks, um die Perspektive zu vereinfachen:

Oft ist es erstaunlich einfach eine perspektivische Zeichnung nur durch eine Linie zusammenzufassen. Dann sitzt alles an seinem Platz.

Perspektivisch Zeichnen, ein oneliner hift das perspektivische Zeichnen zu erlernen.

Schau genau hin! Eine einzige Linie führt von der linken Dachkante bis zum letzten Giebel auf der rechten Seite. In dieser Zeichnung wurde sie nur durch etwas Schnickschnack ergänzt.

Was ist der Trick daran?

Wenn man keine Häuser zeichnet, sondern nur eine durchgehende Linie, fällt dies unserem Gehirn viel leichter.

Warum?

Du hast deinem Gehirn einen ganz einfachen Arbeitsauftrag gegeben. Es verfolgt die Linie und wird nicht abgelenkt.

Simple Arbeitsanweisungen wie: Dreieck, leicht runter, dann stärker runterfallen unserem Kopf leichter als male dieses Haus mit 25 perfekten Fenstern.

Wenn das Gerüst steht, kannst du mit Details ergänzen, es ist nun viel einfacher.

Perspektivisch Zeichnen, Zeichnen lernen, Tine Klein

 

Der Trick mit dem Schatten #perspektivischZeichnen

Eine Straßenseite liegt meist im Licht, die andere im Schatten. Nutze das! Zeichne die beschattete Seite nur als Silhouette mit wenigen Details. Zeige gerade so viel, dass die Perspektive erkennbar bleibt. So sparst du Zeit und Nerven und kannst deine Konzentration auf die beleuchtete Seite richten, die ohnehin das Hauptmotiv bildet.

Lange Perspektivlinien: wenig Aufwand, viel Effekt.

Perspektivische Tiefe kannst du ganz einfach erzeugen, indem du lange Linien auf den Fluchtpunkt zulaufen lässt.

Diese Linien lenken das Auge.

Diese Linien füllen die Straße, führen das Auge ins Motiv und sehen beeindruckend aus, ohne großen Aufwand zu erfordern. So kann man sehr effektvoll perspektivisch zeichnen.

Das Zeichnen der einzelnen Fenster ist oft  nicht mehr notwendig, die Zeichnung wirkt durch die Perspektivlinien tief und nicht vollgestopft.

Das wird im nächsten Beispiel noch deutlicher:

Hier erzeugen die langen Linien die Tiefe, Fenster wurden nicht ausgearbeitet.

Perspektivisch zeichnen in der Entfernung wird alles kleiner.

Dieser Effekt der Perspektive ist oft eine Herausforderung, kann dir aber auch helfen. Fenster und andere Details in der Entfernung werden so klein, dass ihre genaue Form kaum mehr sichtbar ist. Nutze dies, um dir die Arbeit zu erleichtern: Hinten im Bild reichen ein paar Striche, um die Illusion von Fenstern zu erzeugen. In mittlerer Entfernung genügt es, die Schattenformen der Fenster darzustellen. Dies spart Zeit und verleiht deiner Zeichnung Tiefe.

Der Trick mit langen Strichen.

In großer Entfernung kannst du mehrere Fenster oder Etagen mit wenigen langen Linien zusammenfassen. Das vereinfacht das Zeichnen und verhindert, dass du dich in Details verlierst.

Der wichtigste Tipp an diesem Bild ist…

Weglassen, weglassen, weglassen…

Effektiv perspektivisch Zeichen bedeutet nicht, dass man alles zeichnet.

Dann wird es so aufwendig, dass man niemals die Übung erhält, um locker und frei zeichnen zu können.

Zu viele Details machen dir das Zeichnen schwer. Wer schöne Zeichnungen und Bilder machen möchte sollte beim perspektivisch Zeichnen zu erst lernen, was wirkt!

Überraschender Weise sind einfache perspektivische Linien so wirkmächtig, dass sie zeichnerisch Straßen und Fenster vollkommen ersetzen können.

Perspektivlinien sind die Rutschbahn für das Auge!

 

Lockerheit als Geheimwaffe beim perspektivisch Zeichnen

Es sieht oft besser aus, wenn man beim perspektivischen Zeichnen locker bleibt und auch mal eine Linie verspringen lässt. Zu exakte Konstruktionen machen jeden Fehler sichtbar und lassen das Bild starr wirken. Lockerheit bringt dagegen Leben und Dynamik in deine Zeichnung. Warum das funktioniert?

  • Lebendigkeit statt Perfektion: Kleine Abweichungen spiegeln die natürliche Unregelmäßigkeit der Welt wider und machen deine Zeichnung authentischer.
  • Fehler fallen weniger auf: Bei lockeren Linien wirken kleine Ungenauigkeiten wie gewollte Teile des Ausdrucks.
  • Energie im Strich: Lockeres Zeichnen gibt den Linien Bewegung und Dynamik, was den Betrachter anspricht.
  • Fokus auf das Wesentliche: Weniger Perfektion bedeutet mehr Raum für den Gesamteindruck.
  • Zeit und Freiheit: Lockeres Arbeiten spart Zeit und lässt dir Freiheit für Kreativität.

Fazit

Perspektivisches Zeichnen erfordert Grundlagen und ein Gefühl für Proportionen. Doch mit diesen Tricks kannst du Freihandzeichnungen schnell und effektiv umsetzen. Die Tipps sparen dir mühsame Detailarbeit und geben dir mehr Freiheit für das Wesentliche – den Ausdruck und die Wirkung deiner Zeichnung. So werden deine Straßenszenen lebendig, charmant und ganz persönlich.

Viel Freude beim Ausprobieren und Zeichnen! 😊

Kunst ist etwas wert! Wissen ist etwas wert! Jede Spende hilft, dieses Angebot zu erhalten.

EUR

 

 

Weiterlesen bei Tine:

https://blog.herz-der-kunst.ch/perspektive-verstehen-horizontlinie/

Perspektive verstehen – Horizontlinie

Ein Grundlagenvideo zum Thema:

https://studyflix.de/allgemeinwissen/zentralperspektive-5050

Blog Pause – wegen fehlemden Internet

Liebe Leser und Freunde,
der Blog erscheint bald wieder! Der Umzug ist geschafft – aber manchmal läuft einfach nichts nach Plan. Erst hat die Telefongesellschaft unseren Antrag verbummelt, jetzt warten wir auf einen Handwerker, der keine Termine mehr hat. Doch mit etwas Glück habe ich irgendwann wieder Internet!
Bald gibt es wieder Inspiration, Tipps und Geschichten rund ums Malen. Ich freue mich schon auf Euch. Mit etwas Glück startet der Blog nächste Woche…..
Herzlichst,
Tine

Zeit zum Malen lernen

Huningue Frankreich, bei Basel Schweiz…Schnelle Skizze Straße am Wochenmarkt

Malen lernen und die Zeit:

Die Zeit, die wir heute für so selbstverständlich halten, gibt es eigentlich gar nicht.

Natürlich existieren natürliche Abläufe wie der Wechsel von Tag und Nacht.

Doch eine exakte Zeit ist für den Menschen eher unnatürlich.

Mein alter Stadt- und Landeskunde-Professor hatte die erstaunliche Fähigkeit, Zeit quälend langsam verstreichen zu lassen. In seinen Vorlesungen habe ich ununterbrochen gezeichnet – aus purer Langeweile. So verdanke ich ihm meine Karriere als Künstlerin. Auf der anderen Seite fliegt die Zeit mit meinem Liebsten, wenn er meine Haare streichelt: Zwei Stunden fühlen sich wie zwei Minuten an.

Der Mensch kann Zeit schlichtweg nicht exakt einschätzen, doch sie ist entscheidend für alles, was wir tun möchten.

Besonders beim Malen lernen spielt Zeit eine ungeahnte Rolle.

Warum haben wir dann oft keine Zeit dafür?

 

Unsere Zeit ist nicht selbstverständlich:

Benedikt von Nursia gilt als Begründer des modernen Zeitmanagements. In seinen Klöstern strukturierte er den Alltag streng: Essen, Arbeiten, Beten

– alles bekam eine feste Zeiteinteilung.

Diese Ordnung hat unsere Kultur nachhaltig geprägt.

Bis heute organisieren wir unser Leben nach ähnlichen Mustern.

Zeit wird wie eine kostbare Währung behandelt, alles muss ein Ergebnis haben.

Vielleicht erklärt das auch, warum wir unsere Bilder oft als Produkt sehen.

Genau diese strikte Organisation steht uns jedoch oft im Weg, wenn wir uns kreativen Prozessen wie dem Malen widmen wollen.

Kreativität braucht Zeit – aber nicht minutiös getaktete Zeit, sondern Raum für Entfaltung und Erkundung.

Zeit erscheint uns normal, jede Sekunde zeigt uns unser Handy die exakte Uhrzeit.

Doch Zeit ist subjektiv erlebbar und spürbar. Was machst du eigentlich dieses Jahr mit deiner Zeit?

Malen lernen: Eine Zeit voller guter und schlechter Momente

 

Malen Lernen – die zeitlose Zeit:

Manchmal fühlt sich die Zeit beim Malen vollkommen zeitlos an.

In diesen raren Augenblicken gehen wir vollständig in der Tätigkeit auf: Der Pinsel gleitet wie von selbst, die Farben erscheinen auf dem Blatt wie von selbst, und die Welt, das Motiv um uns herum scheint mit uns eins. Diese Momente zeigen uns, dass Zeit nicht nur etwas ist, das wir messen, sondern auch etwas, das wir erleben.

Sie hat eine Qualität, die uns tief berühren kann.

Beim Malen lernen bedeutet das: Es ist nicht die Geschwindigkeit, die zählt, sondern die Hingabe. Solche Momente sind wertvoll, sie vertiefen unsere Wahrnehmung und verbinden uns mit der Welt. Menschen erinnern sich oft jahrelang an Licht, Gerüche oder Geräusche, die sie während des Malens intensiv erlebt haben.

Malen kann Meditation sein und Meditation macht und stark und gesund.

Malen lernen – Was ist mit der Zeit in der wir uns mühen und plagen?

Malen ist nicht immer mühelos, sonst könnte es ja jeder. Es gibt gelinde gesagt auch Zeiten, wo ich mir mein Ohr abschneiden könnte, wie van Gogh.

Wer sich mit der Psychologie des Zeitempfindens beschäftigt, kann sich selbst helfen.

 

Alles beginnt damit, dass sich unser Gehirn nur Bemerkenswertes und  grundlegend Neues merkt.

 

Es sorgt dafür, dass Wichtiges hängen bleibt, damit wir uns in unserer Umwelt zurechtfinden. Diese Tatsache hat gravierende Auswirkungen auf das Malen lernen.

 

Nur wenn wir nach den erlernten Regeln malen, fühlen wir uns sicher.

Menschen haben oft Angst, bereits Erlerntes über den Haufen zu werfen. Das sichere Malen nach Regeln gibt uns ein Gefühl von Kontrolle.

Eine der zentralen Erkenntnisse beim Malen lernen ist, dass Wiederholung der Schlüssel zum Fortschritt ist.

Und hier kollidieren nur zwei grundsätzliche Gehirnfunktionen, die der Mensch hat.

Einerseits fühlen wir uns nur sicher, wenn wir im Bekannten bleiben und andererseits bringt uns Wiederholung allein nur begrenzt voran. Alles, was wir stereotyp wiederholen, landet im Bewegungsgedächtnis – wir werden besser, aber unser Gehirn findet diese Zeit belanglos.

Kreativ sein heißt jedoch, etwas Neues zu wagen.

Warum die Zeit rast:

Kennst du das Phänomen, dass die Zeit immer schneller vergeht?

Erklären konnte ich es mir erst, als ich einen Podcast von Marco Wehr hörte.

Die dahinfliegenden Jahre sind der Preis, den wir für unsere Routine bezahlen.

Habe ich da jetzt ein oder zwei Hä‘ s? gehört?

Je mehr wir kennen und je mehr alltäglich wird, desto weniger empfindet unser Gehirn es als bemerkenswert.

Es speichert nur Neues ab – alles andere löscht es wie ein Regisseur langweilige Szenen aus einem Film.

Wenn wir jedoch etwas Neues erleben, aus der Komfortzone treten und Fehler machen, wird die Zeit intensiver und lebendiger. Genau das kann auch beim Malen lernen helfen.

 

Mach das Malen lernen bemerkenswert

Unser Gehirn speichert Dinge besonders gut, wenn sie bemerkenswert sind. Deswegen ist die Urlaubszeit so besonders: Wir erleben viel Neues und schöne Momente. Das kann man auch beim Malen lernen nutzen.

Als ich dieses Bild malte, war ich glücklich, ich badete im intensiven Duft des Lavendels!

Klar, das ist nur eine kleine schnelle Skizze, doch vergessen werde ich diese Skizze nicht. Sie gehört zu den Momenten, die ich mich erinnere, weil sie so bemerkenswert waren. Siehst du wie entspannt ich war?

Tine Klein Tutorial Malen lernen in der Provence

Neue Erlebnisse müssen aber nicht im Urlaub passieren. Es gibt auch bei dir vor der Haustür Blumenwiesen oder andere Orte, die du erkunden kannst. Male an ungewöhnlichen Orten, mach das Leben bemerkenswert!

Lass die Schönheit ins Leben!

Raus aus der Komfortzone

 

Suche dir Motive, die dich herausfordern. Bringe dich in Situationen, die dich aus deiner Reserve locken.

ie wäre es mit Malen auf dem Bahnhof, das ist eine ungewöhnliche Umgebung.

Tine Klein Aquarell Bahnhof Barcelona zum Thema Malen lernen

Locke dich aus der Reserve. Male Motive, die für Dich nicht alltäglich sind:

Hier wusste ich zuerst nicht, wo das Motiv stecken sollte…aber Erfahrung macht schlau. Kälte macht schnell. XD

 

Wie wäre es mit Malen auf dem Bahnhof, das ist eine ungewöhnliche Umgebung.

Tine Klein Aquarell Bahnhof Barcelona zum Thema Malen lernen

Locke dich aus der Reserve. Male Motive die nicht alltäglich sind:

Hier wusste ich zuerst nicht wo das Motiv stecken sollte…aber Erfahrung macht schlau.

Die Komfortzone zu verlassen, fühlt sich oft unangenehm an, doch genau das bringt uns weiter.

Was nicht klappt, wird als unangenehm abgespeichert, weshalb Erwachsene Fehler vermeiden.

Doch erinnere dich daran, wie du als Kind gelernt hast: ungeniert und mit vielen Fehlern. Das war der Weg, um schnell Fortschritte zu machen.

Wenn du 2025 zu einem Jahr machen möchtest, das bemerkenswert ist und in dem sich die Zeit lebendig anfühlt, dann tanze aus der Reihe. Provoziere Fehler, lerne anders und sehe das Ganze als ein lustiges Spiel. Male mitten in der Schönheit und lasse dich von ihr inspirieren.

Ich wünsche dir ein Jahr voller Blumenwiesen und magischer Momente, in denen du den Himmel und die Wolken feierst.

Verlasse den sicheren Hafen – untergehen ist nicht so schlimm, solange du schon schwimmen kannst. Ich wünsche dir ein wunderbares 2025.

Liebe Grüße Tine

Tolle Links zur Zeit findest Du unten:

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Liebe Grüße
Tine Klein

CHF

Video von mir:

https://www.youtube.com/watch?v=NGaB31rM-pQ

Der Podcast:

https://www.ardaudiothek.de/episode/das-wissen/was-ist-zeit-warum-wir-zeit-unterschiedlich-lang-erleben-erklaert-physiker-marco-wehr/swr-kultur/96356618/

Https://ortheys.de/zur-uhrumstellung-eine-kleine-geschichte-der-zeitmessung/